Technische Hilfeleistungen bestimmen immer mehr den "Alltag" der Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt Sehnde

Zum verheerendsten Großbrand des vergangenen Jahres kam es im März 2015 in der Kooperativen Gesamtschule. (Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde)
 
Auch Gefahrgutunfälle fordern die Freiwilligen Feuerwehren immer stärker (hier der Gerätewagen "Mess" aus Höver auf der Autobahn 2 in einem zehnstündigen Einsatz. (Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde)

Auch hilflose Personen und Rauchmelder-Auslösungen werden die Retter künftig stärker fordern

SEHNDE (r/kl). 2015 war wieder ein einsatzreiches Jahr für die freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet Sehnde. Erneut steigende Einsatzzahlen forderten die ehrenamtlichen Kräfte aller Ortsfeuerwehren, wie aus dem Jahresbericht von Stadtbrandmeister Jochen Köpfer hervorgeht. Die Unwettereinsätze durch Sturm oder Starkregen werden die Feuerwehren in Zukunft weiter stark beschäftigen.
Dennoch zeichnetsich der Trend immer weiter ab, dass die technischen Hilfeleistungen die Brandeinsätze auf Platz 2 der Statistik verdrängt haben.
Auch Einsätze mit hilflosen Personen, die nicht mehr in der Lage sind, nach einem akuten Krankheitsfall selber ihre Türen zu öffnen, werden steigen. Auch werden ausgelöste Rauchwarnmelder in privaten Wohnbereichen für Einsätze bei den Feuerwehren sorgen.
Durch die akustische Signalwirkung wird ein größerer Kreis von Menschen aufmerksam gemacht und darauf hin den Notruf wählen. In der Regel wird es dann zu Feuerwehreinsätzen kommen.
Im Jahr 2015 mussten 220 Einsätze abgearbeitet werden. Zu insgesamt 199 wurde die Feuerwehr (2014) gerufen.
Die Einsätze 2015 gliederten sich wie folgt (die Vorjahreszahlen in Klammern): Alarmübungen: 4 (3), Brandeinsätze: 42 (46), Fehlalarme: 51 (60), Technische Hilfeleistungen: 112 (80), Nachbarschaftliche Hilfe: 11 (10).
Drei Großbrände waren zu verzeichnen. Am 28. Februar 2015 brannte in Haimar die Alte Schmiede vollständig ab. Im März brannte es in der Kooperativen Gesamtschule Sehnde. Dieser Brand entwickelte sich zu dem größten Brandeinsatz 2015.
Am 30. November 2015 kam es zu einem Scheunenbrand in Dolgen. Etliche Ortsfeuerwehren aus der Stadt und den Nachbargemeinden waren gefordert, um diesen Brand zu bekämpfen.
Zu einem nicht alltäglichen Einsatz wurde die Ortsfeuerwehr Dolgen am 19. Februar 2015 gerufen, Dort waren in einem Stall zwei Rinder durch die Bodenabdeckung in die Güllegrube gefallen. Unter Atemschutz musste ein Trupp eines der Rinder in der mehr als 100 Quadratmeter großen Grube suchen. Letzendlich gelang die Rettung des Tieres.
Durch Lkw-Unfälle kam es auf der Autobahn im Bereich Lehrte zu Gefahrguteinsätzen. Hier waren Einsatzkräfte gefordert die mit den Sonderfahrzeugen dem ABC-Zug Region Hannover Ost angehören. Die Gefahrguteinsätze stellten die Einsatzkräfte vor besonderen Herausforderungen. Teilweise waren sie mehr als acht Stunden dort gebunden, um die Gefahrenlagen zu beseitigen.
Bei einem Einsatz am 16. Oktober 2015 musste teilweise Personal ausgetauscht werden. Hierzu unterstützte die Stadtfeuerwehr Sehnde mit weiteren Chemikalienschutzanzug-Trägern aus dem Stadtgebiet Sehnde, die Kräfte des ABC-Zuges und der Stadtfeuerwehr Lehrte.
Zum Verständnis: In einem Chemikalienschutzanzug (CSA) der Träger ist komplett von seiner Umwelt isoliert. Er kommt somit nicht in Berührung mit radiologisch, chemisch oder bakteriologischen Stoffen. Zur Atemluftversorgung trägt der CSA-Träger meistens einen Pressluftatmer auf dem Rücken.
Am 17. September 2015 ging ein gemeldeter Zimmerbrand im Klinikum Wahrendorff
glimpflich ab. Bei dem Einsatz wurde die Alarmstufe Massenanfall von Verletzten ausgelöst. Das Gebäude mußte evakuiert werden. Zum Glück kam niemand zu Schaden, es entstand nur Sachschaden.
Ein weiteres Ereignis war die Fusion zweier Ortsfeuerwehren. Durch die Fusion der Ortsfeuerwehren Müllingen und Wirringen entstand die Ortsfeuerwehr Müllingen-Wirringen. Am 31. Januar 2015 fand die erste Jahreshauptversammlung der jüngsten Ortsfeuerwehr im Stadtgebiet Sehnde statt.