Straßenbahn-Museum in Wehmingen feiert Jubiläum der Gelenkwagen

Frisch restauriert präsentiert sich Hannovers "letzte" Straßenbahn auf der Fahrtrecke des Straßenbahmuseums im Sehnder Ortsteil Wehmingen - und ist natürlich am Sonntag bei der Gelenkwagenparade ab 14.30 Uhr prominent dabei. (Foto: HSM/Bodo Krüger)
Sehnde: Hannoversches Straßenbahn-Museum Wehmingen |

Vor 60 Jahren deutsche Premiere bei DÜWAG- Straßenbahnparade

SEHNDE/WEHMINGEN (r/kl). Straßenbahn-Gelenkwagen sind heute ein vertrautes Bild in vielen Großstädten. Gegenüber den Triebwagen mit Anhängern bot diese Bauart, die man erstmals 1921 in Milwaukee sah, den Vorteil, dass ein einzelner Fahrer nunmehr den gesamten Wagen überblicken konnte.
Die beiden ersten Gelenkwagen Europas, die Duisburger "Harkortwagen", waren schon ab 1926 unterwegs und zumindest einer davon blieb bis heute erhalten. Der heute längste Straßenbahnwagen der Welt misst 54 Meter und fährt in Budapest.
Möglich wurde diese technische Neuerung durch ein paar findige Ingenieure wie Wilhelm Jakobs, der sich schon 1901 eine Idee patentieren ließ, bei der sich zwei Wagenkästen auf ein gemeinsames Drehgestell stützen können. Bis heute hat diese Bauweise nicht an Attraktivität verloren, weder bei der Straßenbahn noch bei der Eisenbahn.
Die Gelenkwagen waren es schließlich, die der Düsseldorfer Waggonfabrik (später: DÜWAG) ab 1956 nicht nur ihren größten kommerziellen Erfolg, sondern auch einen hohen Bekanntheitsgrad bescherten. Genau 60 Jahre ist es nun her, dass diese Firma ihre ersten Gelenkwagen in Düsseldorf und Bochum an den Start schickte.
Die Hannoversche "Üstra", schaffte ab 1961 eine große Zahl von Gelenkwagen an, von denen als letzte die beiden Wagen 503 und 522 noch bis 1996 im Linieneinsatz waren.
Diese und andere Geschichten möchte das Hannoversche Straßenbahn-Museum am Sonntag, 12. Juni 2016, auf dem Museumsgelände in Sehnde-Wehmingen zeigen. Der Verein verfügt über eine ganze Reihe von Gelenkwagen unterschiedlichster Bauart. Was liegt also näher, als eine moderierte Gelenkwagen-Parade zu inszenieren, die am Nachmittag gegen 14.30 Uhr beginnen soll.
Höhepunkt wird natürlich einer der beiden letzten Straßenbahnwagen Hannovers sein, denn heute gibt es hier die „Stadtbahn“. Der Wagen mit der Nummer 503 befindet sich seit seiner Außerdienststellung im Museumsbesitz, wurde später von der Jugendgruppe des Museumsvereins (U21) wieder hergerichtet und ist bis heute fahrbereit.
Darüber hinaus läuft der gewohnte Museumsbetrieb mit historischen Straßenbahnen, die auf dem Rundkurs sowie der Außenstrecke unterwegs sind. Auch die anderen Attraktionen des Museums stehen für alle Besucher bereit. Im Bistro „Café Hohenfels“ gibt es Speisen und Getränke.
Für den Eintritt in das Museum zahlen Erwachsene 7,50 Euro (ermäßigt 6,50 Euro), Kinder vier Euro und Familien 20 Euro.
Weiterführende Informationen finden interessenten im Internet unter www.tram-museum.de.