SPD und Grüne in Sehnde votieren für einen 400.000 Euro teureren Krippen-Anbau

Mit einem Anbau an die Kindertagesstätte im Wilhelm-Henze-Weg sollen 30 neue Krippenplätze geschaffen werden. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Sehnde: Bonhoefferhaus |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - CDU-Fraktion unterliegt mit ihrer Standortalternative im Bonhoefferhaus

SEHNDE (hdb). Im Fachgremium hatte es noch ein Patt gegeben, der Verwaltungsausschuss votierte für das Bonhoefferhaus – doch der Rat hat letztlich mit knapper Mehrheit für den Neubau von zwei Krippen-Gruppen als Anbau an die Kindertagesstätte im Wilhelm-Henze-Weg gestimmt. Damit wächst der Fehlbetrag aus der städtischen Investitionstätigkeit um rund 400.000 Euro.
Auch die Verwaltung hatte die kostengünstigere Variante im Bonhoefferhaus vorgeschlagen. Die 15-köpfige CDU-Fraktion folgte - mit Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke – dieser Empfehlung, die Kosten von etwa 590.000 Euro verursacht hätte. Doch SPD und Grüne setzten andere Prioritäten und mit einer Stimme Mehrheit durch, dass nun ein Anbau für zwei Krippengruppen an die Kita im Wilhelm-Henze-Weg erfolgt.
Dieses Projekt wird rund eine Million Euro verursachen. Dafür muss auch ein Teil des angrenzenden Spielplatzes an der Adolf-Kolping-Straße geopfert werden. Die Verwaltung rechnet mit einer möglichen Inbetriebnahme frühestens im Juni 2014, ein Umbau im Bonhoefferhaus nach Ansicht von CDU-Ratsherr Stephan Langer ein halbes Jahr früher.
Er plädierte für seine Fraktion für die Umbauvariante, weil sie - angesichts der angespannten Haushaltslage - um mindestens 400.000 Euro günstiger und die Umgebung schöner sei. Langer betonte zugleich, die CDU wolle aber keinesfalls „als Verhinderer des Darstellenden Spiels“ für die KGS-Schüler gelten. Dafür würde es eine Ersatzlösung geben.
Die Planungssicherheit für die Schule stellte für die Grünen Steffen Fuhse in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Er verwies zugleich auf den nach Ansicht seiner Fraktion maroden Zustand des Gebäudes. Ähnlich argumentierte Ronald Siegismund für die SPD. Seine Fraktion wolle „glaubwürdig“ bleiben, denn immerhin sei das Bonhoefferhaus vor gut einem Jahr gekauft worden mit dem Ziel, der KGS den Saal für das Wahlpflichtfach Darstellendes spiel zur Verfügung zu stellen. „Es ist nicht gerecht, auf Kosten der KGS eine Lösung zu finden“, sagte Siegismund.
Als Vorteil für den Standort am Wilhelm-Henze-Weg wertete er auch die Anbindung an die vorhandene Kindertagesstätte. So ließen sich beispielsweise Personalengpässe besser lösen, und den Krippen-Kindern werde später ein leichterer Übergang in die benachbarte Tagesstätte geboten.
Die CDU-Fraktion lehnte später konsequenter Weise den Haushaltsplan 2013 wegen des Krippen-Beschlusses von SPD und Grünen ab. Vor der endgültigen Abstimmung hatte der Rat einstimmig beschlossen, sein früheres Votum für 30 Krippenplätze in den ehemaligen Wärter-Häuser in Ilten aufzuheben. Das Vorhaben war an zu hohen Mietforderungen gescheitert.