SPD-Landtagsabgeordnete zu Besuch im Klinikum Wahrendorff

Der Arbeitskreis „Soziales“ der SPD-Landtagsfraktion und die Geschäftsführer und SpezialistInnen vom Klinikum Wahrendorff unternahmen gemeinsam einen Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen des Fachkrankenhauses für die Seele. Den Politikern wurden dabei innovative und erfolgreiche Konzepte vorgestellt. (Foto: SPD-Landtagsfraktion/Stefan Sandmann)

Neue Behandlungskonzepte und Schwerpunkte wurden vorgestellt

SEHNDE/ILTEN/KÖTHENWALD (r/dik). Die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Silke Lesemann hat gemeinsam mit SPD-Mitglieder vom Ausschusses für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit im Niedersächsischen Landtag das Klinikum Wahrendorff besucht und dabei eine Führung durch die verschiedenen Bereiche des Fachkrankenhauses für seelische Gesundheit erhalten. Besonders die umfangreichen und innovativen Versorgungsangeboten für psychisch Kranke wurden den BesucherInnen dabei vorgestellt.
Die zunehmenden seelischen Erkrankungen älterer Menschen - Demenz und Depression – erfordern neue therapeutische Antworten. Um sich von dieser Problematik ein Bild zu machen, besuchten die Landtagsabgeordneten die gerontopsychiatrische Aufnahmestation. Diese ist stark nachgefragt, so dass kaum alle PatientInnen Platz finden. Erweiterungen und bauliche Anpassungen werden daher kurzfristig erforderlich sein.
Ein Projekt dasauch überregional Beachtung erfährt ist ein Spezialangebot für seelisch erkrankte MigrantInnen im transkulturelle Zentrum des Klinikums. Hier werden die Patienten bilingual – mit Schwerpunkt auf der türkischen Sprache – durch Therapeuten, die zum Teil einen eigenem Migrationshintergrund haben, behandelt. Das Konzept beeinhaltet somit den ganzheitlichen und den kulturellen Hintergrund, bietet darüber hinaus einen therapeutischen Ansatz und leistet einen wertvollen Beitrag zur Integration dieser Bevölkerungsgruppe in unserer Gesellschaft.
Dr. Silke Lesemann ist überzeugt: „Das transkulturelle Zentrum ist eine Brücke zwischen den Kulturen. Die Behandlung von psychiatrisch erkrankten Migranten kann durch ein multikulturelles Therapeutenteam in besonderer Weise kultursensibel geschehen. Ich begrüße dieses wegweisende Projekt sehr.“
Ein weiterer innovativer Bereich der von den Abgeordneten besucht wurde, ist die Tagsklinik für Männer, die es seit Mai 2012 gibt und ddie hervorragend angenommen wird. Dr. Rainer Brase, Geschäftsführer des Klinikums Wahrendorff betonte hierzu: „Auf Männern lastet ein erheblicher Druck in unserer Gesellschaft. Viele seelische Störungen haben unmittelbar mit der Geschlechterrolle und dem geschlechterspezifischen gesellschaftlichen Kontext zu tun. Dies hat uns auf die Idee gebracht, ein Angebot nur für Männer zu konzipieren.“ Erweiterungen sind auch hier in Vorbereitung.
Nach der Akutbehandlung in Klinik oder Tagesklinik bietet das Klinikum in einem großen Heimbereich über 900 Bewohnern eine fördernde und lebenswerte Heimat, für manche Menschen nur vorübergehend, für andere auf Dauer. Zahlreiche therapeutische Angebote, unter anderen die Arbeitstherapie in Kooperation mit dem Unternehmen Miele, die Kunsttherapie, die Gärtnerei und eine Fahrradwerkstatt schaffen für die BewohnerInnen einen möglichst normalen und lebenswerten Alltag.
Psychische Krankheiten nehmen seit Jahren stetig zu und stellen die Medizin und die Gesellschaft vor neue Herausforderungen in der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Betreuung. Das Klinikum Wahrendorff mit 250 vollstationären und 150 tagesklinischen Plätzen sowie einem Heimbereich für mehr als 900 BewohnerInnen hat sich durch neue Spezialangebote auf diese Entwicklung eingestellt. Regional und überregional tätige Spezialisten leisten hierbei wertvolle und erfolgreiche Arbeit zur Erhaltung, Förderung und Wiederherstellung der seelischen Gesundheit.