SPD-Abgeordneter Matthias Miersch besucht Sehnder Flüchtlingsunterkünfte

Ehrenamtlich: Annette Oppenborn (links) erläutert Matthias Miersch in Begleitung von Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (rechts) den Deutschunterricht für (von links) Yasmin, Sana und Sasam. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Mandatsträger erfährt von bevorstehender Gründung eines „Flüchtlingshilfe“-Vereins

SEHNDE (hdb). Im Bundestag hat Matthias Miersch gerade erst dem Asylpaket II zugestimmt. Vier Tage später besuchte der SPD-Abgeordnete aus dem Wahlkreis 47 zwei Sehnder Unterkünfte für Flüchtlinge – und zeigte sich beeindruckt von den kommunalen Anstrengungen und der ehrenamtlichen Unterstützung durch das auf mehr als 200 Helfer angewachsene Netzwerk „Enas“.
Beim Rundgang durch die teilweise noch im Umbau befindlichen Räume im ehemaligen Bundessortenamt erfuhr Miersch, seit 2005 Mitglied des Bundestages, von Sven Lurz, dem Mitbegründer der Fahrradwerkstatt, das Aktuellste aus dem engagierten Helferkreis: Bei einer Gründungsversammlung am Mittwoch, 13. April, um 19.00 Uhr im Rathaus soll der Verein „Flüchtlingshilfe Sehnde“ aus der Taufe gehoben werden.
Bei der Besichtigung vor Ort wurde Miersch, seit Mitte 2015 Sprecher der Parlamentarischen Linken seiner Fraktion, von Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke und Ortsbürgermeister Matthias Jäntsch begleitet. Für konkrete Auskünfte standen Susann Thier vom Fachdienst Soziales und Daniele Rössing vom Fachdienst Gebäudewirtschaft zur Verfügung. Mit Lehrke und Jäntsch war sich Miersch darin einig, dass das Ende 2015 aufgegebene Bundessortenamt eine sinnvolle Nachnutzung erfahre – und das mietfrei.
Der SPD-Politiker, der den Wahlkreis 47 - Hannover-Land II – seit 2005 im Bundestag vertritt, nahm mit Genugtuung zur Kenntnis, dass es in der Stadt und seinen Ortsteilen bisher keine nennenswerten Bürgerproteste gegen Asylbewerberunterkünfte gegeben habe. Miersch machte aber auch deutlich: „Wir dürfen keine Angst haben, mögliche Probleme klar zu kommunizieren.“ Beispielsweise müssten im Hinblick auf den bevorstehenden Sommer „Regeln für das Waldbad offensiv“ vermittelt werden.
Von praktischer Hilfe für Asylbewerber konnte sich Miersch während einer kurzen Stippvisite beim Deutsch-Unterricht für zwei Somalierinnen und einer Irakerin überzeugen. Auch ein Blick in die Fahrradwerkstatt trug zu seinem positiven Gesamtbild bei. Er versprach abschließend: „Die Politik muss Mittel für die ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung stellen.“
Im Stadtgebiet sind aktuell rund 330 Flüchtlinge untergebracht, davon 18 im Bundessortenamt. Dort ist künftig Platz für bis zu 90 Personen. Im ehemaligen Hotel „Zur Linde“ in Höver, ebenfalls Ziel des Miersch-Besuches, sind derzeit knapp 20 von 150 möglichen Plätzen belegt.