Servicehaus für Senioren in Bolzum geplant

Ortsbürgermeisterin Silke Lesemann (SPD) konnte zu der ersten Bürgerversammlung zu dem Bauprojekt in der Dorfmitte mehr als 50 Besucherinnen und Besucher begrüßen. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - AWO will dort den Bedarf auch für andere Dörfer decken

BOLZUM (hdb). Es ist in der Region bisher einmalig: Die Jugend- und Sozialdienste der Arbeiterwohlfahrt (AWO) wollen im südlich vom Kanal von Sehnde gelegenen Ortsteil ein Seniorenheim nach dem Modell „4 GEWINNT“ bauen. Selbstbestimmtes Wohnen im Alter und Barrierefreiheit gelten als oberste Priorität.
Auch Wohngemeinschaften sind in dem zweigeschossigen, dreiflügeligen Baukomplex vorgesehen, für das alte, leerstehende Fachwerkgebäude abgerissen werden müssen. Dafür erwarten die künftigen Bewohner aber altersgerechte Wohnungen (bis 45 Quadratmeter), Gemeinschaftsräume für eine Wohngemeinschaft von zwölf Mietern und 15 Plätze für teilstationäre Kundschaft.
Die AWO stellte ihre Pläne auf Einladung des Ortsrates vor und betonte dabei den Pilotcharakter, der auch für umliegende Gemeinden attraktiv sein sollen.
Das Projekt „4 GEWINNT“ beinhaltet je zwei Vorhaben in Hannover und zwei in der Region – davon eben jenes in Bolzum.
Erste Entwürfe für das in der Nähe des Dorfplatzes geplante Gebäude stellte Architekt Dirk Jabusch auf Wunsch des Ortsrates jetzt schon einmal öffentlich vor, der Auftraggeber konnte allerdings noch keine Einzelheiten zu den Baukosten und den Mieten nennen. Rücksicht genommen werden soll „auf die gewachsene Baustruktur“, wobei sich die Anlage zum vorhandenen Dorfplatz hin öffnet und die Wohnungen über einen Laubengang zu erreichen sein werden.
Eine Tagespflege auf 300 Quadratmetern und Flächen für gemeinschaftliches Wohnen im Alter - für potentielle Mieter ab 55 Jahren – sind ebenfalls vorgesehen wie bis zu 20 Stellplätze, wie Stephanie Böhm von der AWO erläuterte. Ein per Lift erreichbares Dachgeschoss bietet Möglichkeiten zum Lagern von Gegenständen.
„Das Seniorenservicehaus ist ein großartiges Vorhaben für Bolzum“, begeisterte sich Ortsbürgermeisterin Silke Lesemann. Als ehrenamtliche Vorsitzende der AWO, Region Hannover, hatte sie das Pilotprojekt angestoßen.
Damit sei auch ein seit Jahren leer stehende Gebäude - die ehemaligen „Bolzumer Stuben“- sinnvoll einer anderen Nutzung zuzuführen, meinte Lesemann. Für die Stadtverwaltung erklärte ihr zuständiger Fachbereichsleiter Godehard Kraft zu der „positiven Entwicklung“: „Wir begleiten das Projekt schon seit längerem und unterstützen das.“