Sekt, Selters und Feminismus zum internationalen Frauentag in Sehnde

Trotz kaltem Regenwetter hatten sich gut 40 Frauen und ein Mann zur Feier des Weltfrauentags im Rathaus eingefunden. (Foto: Susanna Veenhuis)

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis: Katzenbabys statt halbnackter Frauen . . .

SEHNDE (sv). Dem Anlass angemessen mit einem Glas Sekt – wahlweise selbstverständlich auch Alkoholfreiem wie Selters – stießen die gut 40 Frauen und ein Mann am verregneten Abend des 8. März im Sehnder Rathaus auf den diesjährigen internationalen Frauentag an.
Zwar sei schon viel erreicht in Sachen Gleichstellung der Geschlechter, sagte die Sehnder Gleichstellungsbeauftragte Jennifer Glandorf. Dennoch müssten Frauen noch immer bei gleicher Qualifikation und Arbeit bis zu 30 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen hinnehmen, nannte sie ein Beispiel für die anhaltende Benachteiligung von Frauen im Beruf.
Lohngleichheit ist auch eins der Themen, das sich neben Gewerkschaften die Kampagne „Wer braucht Feminismus?“ auf die Fahnen geschrieben hat. Deren Leiterin Jasmin Mittag hatte der Arbeitskreis „Frauen für Sehnde“ als Gastgeber des Abends zusammen mit Glandorf ins Rathaus zu einer Podiumsdiskussion eingeladen.
Zuvor berichteten in einem rund einstündigen Film einer Wuppertaler Initiative junge Frauen von ihren eigenen Erfahrungen mit Sexismus im Alltag. Die geschilderten Erlebnisse der jungen Frauen deckten sich allerdings wenig mit denen der Besucherinnen, wie ein viel belachter beklatschter Wortbeitrag ergab: „Wir trugen damals auch Miniröcke und hohe Schuhe, und natürlich gab es an jeder Baustelle Pfiffe.
Aber solche übergriffigen Sprüche und Anmachen gab es damals nicht“, stellte eine Zuschauerin fest. Glandorf und ittag bestätigten einen großen „Roll back“, eine Rückwärtsentwicklung im Bestreben um Gleichstellung und Respekt gegenüber anderen.
Auch umgekehrt habe sich die Freiheit des Individuums gegenüber den 1980er- und 19190er-Jahren vermindert, machte Mittag am Beispiel eines kleinen Jungen deutlich, der sich ein Prinzessinnenschloss zum Spielen wünschte. Vater und Onkel waren dagegen mit der Begründung, der Junge könnte ja schwul werden.
Mittag, die mit der Kampagne deutlich machen will, dass eben auch solche Dinge Thema von Feminismus sind, sagte: „Wir Frauen wollen gar nicht so sein wie die Männer. Wir wollen gleiche Rechte, gleiche Chancen und insgesamt eine bessere Welt ohne Diskriminierungen , in der sich alle Menschen mit Respekt begegnen!“