Riesenjubel bei wiedergewählter Dr. Silke Lesemann

Blumen für Dr. Silke Lesemann
 
(Foto: MMG)

Ein Beitrag von Dana Noll - Lesemann holt regional bestes SPD-Ergebnis – CDU verliert – Kleine Parteien spielen kaum eine Rolle

SEHNDE (dno). „Es ist unglaublich“, freute sich Dr. Silke Lesemann, die sich im SPD-Bürgerbüro Sehnde bejubeln ließ. „Noch bis zum gestrigen Abend haben wir Wahlkampf an den Haustüren gemacht“, berichtet die SPD-Landtagsabgeordnete.
Das hat sich wohl gelohnt, denn die Sozialdemokraten melden sich nach der Niederlage bei den Bundestagswahlen vor einigen Wochen - zumindest in Niedersachsen - zurück. Auch in Sehnde konnte sich die Spitzenkandidatin der SPD Dr. Silke Lesemann - teils mit großem Vorsprung - vor Christoph Dreyer, dem CDU-Landtagsabgeordneten behaupten. Dabei fing es um 18.15 Uhr mit einem Gleichstand an. Die Gretenberger waren die Ersten, die ausgezählt hatten und bescherten beiden Kandidaten 19 Stimmen und damit 38 Prozent.
Danach ging es steilaufwärts für die Sozialdemokraten. In Haimar schaffte es Dr. Silke Lesemann auf 45,6 Prozent, Herausforderer Dreyer kam auf 36,1 Prozent. In Höver (48,7 Prozent zu 34,3 Prozent), in Ilten ( 43,2 Prozent zu 35 Prozent), in Müllingen (43,5 Prozent zu 38,2 Prozent), in Dolgen (41,4, Prozent zu 38,1 Prozent), in Evern (43,5 Prozent zu 37,2 Prozent) und auch in Wirringen mit 47,7 Prozent zu 32,8 Prozent gab es ähnliche Ergebnisse. Über 50 Prozent der Erststimmen erhielt Lesemann in Rethmar (51,2 Prozent) und Wehmingen (52,4 Prozent). In Bolzum lag die Historikerin sogar mit 62,4 Prozent weit vor Dreyer, der hier 25,3 Prozent erreichte.
Doch der Freudentaumel nahm bei den Sozialdemokraten nicht ab. Und so kratzten die Sozialdemokraten auch in Sehnde-Stadt an den 50 Prozent und überzeugten hier mit 49,2 Prozent (1.576 Stimmen). Christoph Dreyer schaffte es auf 29,6 Prozent und erhielt 947 Stimmen. Die Spitzenkandidaten der Grünen (5,6 Prozent), der FDP (3,7 Prozent) und Die Linke (4,3 Prozent) blieben im mageren einstelligen Bereich.
Im „Kretschmanns“ in Sehnde ging es bei der CDU – verständlich – etwas ruhiger zu. Einzig in Bilm (38,4 Prozent), Klein-Lobke (55,8 Prozent) und Wassel (44 Prozent) schaffte es Christoph Dreyer sich gegen Dr. Silke Lesemann zu behaupten. Doch diese kleinen Lichtblicke reichten nicht, um die Laune der Christdemokraten in Sehnde zu heben. Diese war auch auf Landesebene auf dem Tiefpunkt – adäquat zum erreichten Ergebnis. Die CDU musste eine historische Niederlage einstecken und fuhr das schlechteste Ergebnis seit 1959 ein. Der Spitzenkandidat der CDU Bernd Althusmann gab sich mit 33,6 Prozent gegenüber Stephan Weil (36,9 Prozent) geschlagen. FDP (7,5 Prozent) und Grüne (8,7 Prozent) büßten zahlreiche Stimmen ein. Die Linke scheiterte mit 4,6 Prozent erneut an der 5 Prozent-Hürde. Erstmalig zieht die AfD mit 6,2 Prozent in den Niedersächsischen Landtag ein.
Der „kurze und heftige“ Wahlkampf schien wohl eine große Herausforderung für alle Parteien und Abgeordneten gewesen zu sein. Doch das sommerliche Herbstwetter lockte mehr Niedersachsen an die Urnen als bei der letzten Landtagswahl. Mit 63,1 Prozent war die Wahlbeteiligung deutlicher höher. Dennoch machen die Nichtwähler in Niedersachsen noch immer einen großen Anteil in der Bevölkerung aus. Würden sie als eigene Fraktion in den Landtag einziehen, hätten sie 37 Prozent Stimmanteil und wären mit Abstand stärkste Kraft.