Quilterin Monika Budny stellt im Regionalmuseum Sehnde aus

Museumsleiter Erhard Niemann freute sich, zur 17. Sonderausstellung im Sehnder Regionalmuseum die kunstvollen Arbeiten von Monika Budny (links) präsentieren zu können. (Foto: Susanna Veenhuis)
Sehnde: Regionalmuseum Sehnde auf dem Gutshof Rethmar |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Hängt „voll an der Nadel“ . . .

RETHMAR (sv). Vor dem rauen roten Ziegel-Mauerwerk im Regionalmuseum wirken sie besonders gut: Riesige, bunte Quiltarbeiten mit großer Farben- und Mustervielfalt lassen die Besucher ehrfurchtsvoll staunen. Mit Leidenschaft und Können hat Monika Budny Landschaften, Geschichten und auch Gefühle als Patchwork-Arbeiten auf Stoffe gebannt, die noch bis zum 25. Mai in dem Museum auf dem Gutshof Rethmar zu sehen sein werden.
„Ohio Star“, „Lock Cabin“ oder „Flying Geese“ sind Begriffe aus der Quilttechnik, mit denen Normalsterbliche kaum etwas anfangen können. Monika Budny begegneten diese Wörter zum ersten Mal, als der Beruf ihres Mannes ihre Familie für zwei Jahre nach New Orleans führte. Dort wurde die Ausbildung der OP- und Intensivpflege-Krankenschwester nicht anerkannt, aber ihre schon durch die Großmutter vermittelten Fertigkeiten mit Nadel und Faden eröffneten ihr ein neues Betätigungsfeld: das Quilten.
Die gemütlich wirkenden, aus bunten Stoffecken zusammen gesetzten Bettdecken in amerikanischen Filmen sind bestimmt allen ein Begriff; aber mit der Aneinanderreihung von einfachen Quadraten hat sich Monika Budny gar nicht erst befasst. Schon ihr Erstlingsstück - 1992 mit den heute selten gewordenen Calico-Stoffen gefertigt - ist eine feine, akkurate Arbeit mit schmalen Streifen in kompliziert anmutenden Treppenmustern.
Mit der sogenannten Valentine-Technik näht sie Applikationen ohne sichtbare Stiche auf. Trotz Nähmaschinen-Einsatz ist auch viel Handarbeit im Spiel: Denn nicht nur das Applizieren verschiedener Formen und Muster, sondern auch das Quilten selber, das Durchstechen und Verbinden des Ober- und Unterstoffs, nimmt sie oft von Hand vor.
Eine historische Mustervorlage, „Broderie perse“, diente ihr als Muster für ihr Motiv „Blumenvase", wie es die Siedler auf der Mayflower mit nach Amerika brachten.
Berufsbedingt zog es die Familie auch nach Dallas und Houston, Texas, und für fünfeinhalb Jahre auch nach Norwegen.
„Egal, wo ich hinkam, durch mein Hobby habe ich immer Gleichgesinnte getroffen und war schnell integriert“, sagt Budny. Mit ihren erstaunlichen Arbeiten gewann sie in den jeweiligen Ländern und auch in Deutschland zahlreiche Preise und räumte auch öfter erste Plätze ab.
Seit vier Jahren lebt und arbeitet sie nun in Rethmar. Auf Nadel, Faden, bunte Stoffe und das immer wieder neue Erfinden und Arrangieren von Mustern mag sie auch hier nicht verzichten. An Sonn- und Feiertagen jeweils zwischen 14.30 bis 17.30 Uhr können Besucher Monika Budnys wunderbare Stoffzaubereien in dem kleinen Museum betrachten, auf Wunsch auch unter Telefon (05138) 6 03 21 12 mit ihr einen Sondertermin für Gruppen vereinbaren.
Ihre Leidenschaft bringt die kreative Künstlerin so auf den Punkt: „Ich bin vom Quilt-Virus infiziert, hänge an der Nadel und brauche ständig neuen Stoff!“