Planung umsonst: Haltestelle in Sehnde bleibt an ihrem bisherigen Standort

Der Ratsbeschluss aus dem Mai 2011 und die Planung waren umsonst: Die Bushaltestelle der Linien 371 und 372 bleibt an der Peiner Straße vor der Apotheke. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - CDU und Grüne (!) finden die 2011 beschlossene Verlegung halbherzig

SEHNDE (hdb). Mehrjährige Planungen und bereits begonnene Vorarbeiten sind für die Katz: Die Buslinien 371 und 372 fahren weiterhin vor der Apotheke an der Bundesstraße 65 ab. CDU und Grüne haben einen anders lautenden Ratsbeschluss vom Mai 2011 jetzt gekippt.
Die SPD mit ihren Sprechern Wolfgang Toboldt und Edgar Bäkermann haben vergeblich versucht, die ansonsten eher ungewöhnliche Ratsmehrheit im letzten Moment zu überzeugen, an den bisherigen Planungen festzuhalten. Die Überlegung, die Bushaltestelle von ihrem bisherigen Standort an der B 65 knapp 100 Meter weiter zur Rechtabbiegespur an der Iltener Straße zu verlegen, steht bereits seit 2007 im Rahmenplan, wie Tobold erinnerte. Bei der entsprechenden Ratsentscheidung im Mai 2011 müssten wohl „alle in der CDU gepennt haben“.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende bewertete die Argumente der Gegner einer Verlegung als „schwammig“ und plädierte „emotionslos“ außerdem für eine Anbindung des Friedhofes an den öffentlichen Personennahverkehr. Er befürchtete angesichts des Wankelmutes des Rates einen Imageschaden bei der Region.
An die Adresse des Bürgermeisters Carl Jürgen Lehrke sagte Toboldt: „Ich bin enttäuscht, dass Sie nicht auf den Tisch gehauen haben.“ Sein Fraktionskollege Edgar Bäkermann befürchtete, dass in drei Jahren die Planung wieder von vorn beginnen werde. Denn die Verlegung der Haltestelle in Richtung Bahnhof sei ein erster Schritt zu einer von allen Seiten befürworteten besseren Anbindung an die S-Bahn.
Für die Antragsteller - Bernd Ostermeyer, Hartmut Völksen und Holger Gutzeit, alle CDU - verteidigte Bernd Ostermeyer ihr Anliegen mit den Hinweisen auf die Nähe zum Stadtzentrum und sicherere Überquerung für Fußgänger durch Signalanlagen.
Sie beriefen sich auch auf die Unterstützung ihres Antrages durch den Seniorenrat.
Für die Grünen begründete Angelika Thomaier die Unterstützung für den CDU-Antrag: Nur eine direkte Busanbindung an den Bahnhof sei eine wirkliche Verbesserung. Darüber müsse verhandelt werden, alles andere sei „halbherzig“. Deshalb könne ihre Fraktion der Verlegung der Haltestelle nicht zustimmen.
Dieter Reiniger von den Linken hingegen votierte für die ursprünglich geplante Verlegung um knapp 100 Meter näher an den Bahnhof heran. Mit drei Stimmen Mehrheit setzten sich jedoch die beiden Fraktionen von CDU und Grünen durch.