Neun Stolpersteine erinnern an die Sehnder Opfer der NS-Diktatur

Regina-Runge Beneke erläutert vor vielen Zuhörern das Schicksal der jüdischen Mitbürger, während Gunter Demnig mit der Verlegung der Stolpersteine beginnt. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Arbeitskreis bleibt tätig und will eine Gedenktafel für alle Verfolgten

SEHNDE (hdb). An drei Standorten in der Stadt hat der Kölner Künstler Gunter Demnig Stolpersteine verlegt. Die mit Messingplatten versehenen Betonblöcke sollen an Sehnder Bürger erinnern, die Opfer der Nationalsozialisten Judenverfolgung im Dritten Reich wurden.
Das berühmte hebräische Lied „Dona dona dona …“ sangen die Kinder der Grundschule Breite Straße unter Leitung von Michael Adleff – es handelt von einem Kälbchen, das zur Schlachtbank geführt wird. Es passte ebenso zu der Aktion wie die Musik von Geige, Klarinette und Gitarre unter Michael Möllers.
Bei der Begrüßung vor dem Haus Mittelstraße Nr. 10, in dem die Familie Rose gewohnt hatte, ehe sie deportiert wurde, begrüßte Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke viele Gäste und erinnerte an den vor fast genau einem Jahr parteiübergreifend ins Leben gerufenen Arbeitskreis. Er dankte auch für die finanzielle Unterstützung vieler Spender, ohne deren Engagement das Projekt – ein Stein kostet 120 Euro – nicht hätte realisiert werden können. Sehndes Ortsbürgermeisterin Regine Höft ergänzte, mit der Verlegung der Steine werde ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen gesetzt.
Für den Arbeitskreis gab Regina Runge-Beneke jeweils Erläuterungen zu den einzelnen Familien und deren Schicksale: Die Familie Rose in der mittelstraße, die Geschwister Schragenheim/ Königkeim und deren Neffe Hans-Leo Brumsack in der Nordstraße sowie Else Osterwald in der Hindenburgstraße in Ilten. Der Arbeitskreis strebt an, eine Gedenktafel für alle NS-Opfer Sehndes anfertigen zu lassen.
Am Abend hatte der Kulturverein Sehnde zu einem Konzert des hannoverschen Trios „Mizwa“ eingeladen. In die Kreuzkirche kam auch der Rabbiner Gabor Lengyel, der betonte, wie wichtig das Erinnern an die Nazi-Greuel auch heute noch sei.