Neuer Hallenbau für das HSM in Wehmingen

Staatssekretärin Birgit Honé (2.v.l.) lobte das ehrenamtliche Engagement bei ihrem Besuch im Tram-Museum in Wehmingen. (Foto: Dana Noll)
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Ein Beitrag von Dana Noll - Straßenbahn-Museum erhält EU-Beihilfe

WEHMINGEN (dno). Schon zum nächsten Saisonstart, das heißt ab etwa April 2018, können sich die Besucher/innen auf eine neue Attraktion im Hannoverschen Straßenbahn-Museum (HSM) in Wehmingen freuen. An der Rückseite des alten Kesselhauses wird eine neue Werkstatt- und Ausstellungshalle errichtet.
Hier können dann nicht nur alle schienengebundenen Fahrzeuge wettergeschützt untergestellt werden, sondern durch eine gläserne Fensterfront gibt es für die Besucher/innen einen ganz besonderen (Ein-) Blick. Den Technikern kann ganz exklusiv bei ihrer Arbeit und Restaurierung über die Schulter geschaut werden – ein Novum im Tram-Museum.
Die zweischiffige Halle wird auf ganzer Länge fünf Gleise aufnehmen können, von denen zwei für den Werkstattbetrieb und drei für Ausstellungszwecke vorgesehen sind. Baustart des 22 mal 60 Meter großen, allseits geschlossenen Gebäudes, ist im Spätsommer dieses Jahres.
Um dem Denkmalschutz Rechnung zu tragen, soll die Halle das historische Kali-Ensemble nicht dominieren. Die Erstellung der Fundamente sowie der Hallenbau erfolgt durch Fachfirmen, das Verlegen der Gleise und Weichen, aber auch der Innenausbau, wird in Eigenregie bewerkstelligt. Dieses Engagement lobte auch Staatssekretärin Birgit Honé, bei ihrem Besuch im HSM: „Es ist großartig, welche Ideen hier entwickelt und umgesetzt werden. Das Straßenbahnmuseum ist eng verwurzelt mit der Region und auch weit darüber hinaus bekannt, genießt eine hohe Akzeptanz und wird von einer hohen Welle der Akzeptanz getragen!“
Das Gesamtvorhaben wird mit etwa 380.000 Euro veranschlagt, 200.000 Euro werden davon aus Fördermitteln der EU bereitgestellt. Die Restsumme trägt der Museumsverein, über Eigenmittel und einem zinsgünstigen Darlehen.
Mehr als 130 schienengebundene Fahrzeuge machen das Museum zu einem der umfangreichsten, überregionalen Straßenbahn-Sammlungen Deutschlands. „Zu Beginn hatten wir noch über 360 Straßenbahnen, da war auch viel Schrott dabei, so wurden wir auch DSM genannt. Das stand für Deutsches Schrott-Museum“, so der Vereinsvorsitzende Mathias Hartmann schmunzelnd. Erst Ende der 90er wurde der museale Betrieb aufgenommen und es wurde mehr „auf Qualität als auf Quantität“ geachtet.
Ab 2005 kamen die Sonderveranstaltungen dazu. Heute ist das Museum nicht nur für Bahninteressierte sondern vor allem für Familien ein Magnet. Moderate Preise und ein familienfreundliches Gelände und Programm sorgen für zahlreiche Besucher/innen. Und auch um den Nachwuchs macht man sich hier keine Sorgen, berichtet Pressewart Bodo Krüger. Eine Vielzahl der ehrenamtlichen Helfer ist deutlich jünger als 30 Jahre.