Mutprobe löst bei Grundschülern in Sehnde erst Skepsis, dann großen Spaß aus

Die „Mutprobe“ hat den Kinder nach anfänglicher Skepsis viel Spaß gemacht. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - 75 Drittklässler der Grundschule Breite Straße lernen und üben schützende Verhaltensmuster

SEHNDE (hdb). „Stopp!“ warnt die achtjährige Emily energisch und streckt ihrem Gegenüber dabei abweisend die Handfläche am ausgestreckten Arm entgegen. Das Mädchen hat mit weiteren 74 Drittklässlern der Grundschule Breite Straße in fünf Unterrichtsstunden gelernt und geübt, Grenzen zu setzen und selbst einzuhalten. Kinder vor Gewalt und Missbrauch zu schützen ist das Ziel der Initiative „Sicher stark im Team“, die vom Institut für Gewaltprävention angeboten wird.
Die Grundschule Breite Straße arbeitet nach Angaben von Kathrin Lorenz, Klassenlehrerin der 3c und ausgebildete Mediatorin, bereits seit sechs Jahren mit dem Expertenteam zusammen. Parallel dazu durchlaufen alle Kinder vom Schulkindergarten bis zur 4. Klasse das schuleigene Präventionsprojekt „Fair geht vor“. Finanzielle Unterstützung gewähren die Stadt Sehnde und der Förderverein der Schule.
In der Turnhalle hat Damaris Freischlad vom Institut für Gewaltprävention die 26 Mädchen und jungen der Klasse 3c gut im Griff. Mit den Kindern hatte die Expertin gleich zu Beginn allgemein gültige „Spiel“-Regeln aufgestellt, die unbedingt zu beachten seien – wer dagegen verstieß, zum Beispiel meckerte oder stritt – musste zur Strafe fünf Kniebeugen machen. In unterschiedlichen, spielerisch zu lösenden Aufgaben lernten die Kinder Selbstvertrauen und Teamfähigkeit und - wie Emily berichtete – sich wirkungsvoll zu wehren oder Hilfe zu organisieren, wenn zum Beispiel jemand „einem die Mütze wegnehmen will“.
Besonderen Anklang fand die von der Kursusleiterin angebotene „Mutprobe“. Nach anfänglicher Skepsis waren die Kinder kaum zu bremsen, als sie sich in kleinen Gruppen auf eine große Turnmatte legen sollten, ehe die Klassenkameraden eine zweite Matte auf die Mitschüler herabfallen ließen. „Das hat Spaß gemacht und war gar nicht schlimm“, zeigte sich Emily nach dem vertrauensbildenden Experiment anschließend selbstbewusst.