Mit einem Metalldetektoren geht David Zielinski auf Spurensuche in Sehnde

David Zielinski (rechts) zeigt Friedrich-Wilhelm Wulf vom Landesamt für Denkmalpflege seinen neuesten archäologischen Fund. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Im Stadtgebiet unterstützt der Iltener künftig die Denkmalpfleger

SEHNDE (hdb). Sein Traumberuf war der eines Archäologen. Jetzt kann David Zielinski zumindest in seiner Freizeit auf historische Spurensuche gehen. Die Stadt Sehnde hat ihn zum ehrenamtlichen Beauftragten für die archäologische Denkmalpflege ernannt.
Für die kommenden vier Jahre wird Zielinski die Kommune" in allen archäologischen Angelegenheiten des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege" unterstützen. Brief und Siegel darauf hat er offiziell von Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke erhalten, der bei der offiziellen Amtseinführung auch Friedrich-Wilhelm Wulf vom hannoverschen Landesamt für Denkmalpflege, den städtischen Fachbereichsleiter Godehard Kraft und Anja Krogmann von der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde bei der städtischen Bauaufsicht begrüßen konnte.
Zielinski stammt aus der Peiner Gegend und wohnt seit 2010 in Ilten. Der verheiratete Diplom-Verwaltungswirt ist Mitglied im Verein „Unser Dorf Ilten“ und im Verein Regionalmuseum Sehnde. Er ist hauptberuflich im niedersächsischen Innenministerium beschäftigt, in dem er seit 2008 in Abstimmungsprozessen mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit dem Thema Denkmalpflege befasst war. Einen Qualifizierungskursus für Sondergänger hat Zielinski im vergangenen Jahr beim Landesamt für Denkmalpflege erfolgreich abgeschlossen.
"Neu entflammt" sei sein Interesse für die Archäologie, als er 2011 auf einem Acker eine römische Münze gefunden haben, berichtete er jetzt bei seiner Verpflichtung im Sehnder Rathaus. Seitdem hat er bei der Spurensuche mit einem Metalldetektor in der Gemarkung Ilten weitere Funde gemacht, beispielsweise Reste eines germanischen Friedhofes und ein so genanntes Tüllenbeil, das aus der Bronzezeit stammt.
Wo genau er auf diese historisch wertvollen Schätze gestoßen ist, will Zielinski nicht verraten, um keine Neugierde bei anderen, selbst ernannten Schatzsuchern zu wecken. Er hat sich für seine Tätigkeit vorgenommen, „Lücken in der Geschichte der Stadt Sehnde zu schließen“. Dazu will er auch in Chroniken stöbern, Beratung anbieten und für Bürgeranfragen zur Verfügung stehen.
Bei künftigen Bebauungsplänen will er schon im Vorfeld untersuchen, ob wegen möglicher archäologischer Hinweise Vorbehalte bestehen. „Herr Zielinski ist hoch fachkundig“, freut sich Fachbereichsleiter Godehard Kraft auf die bevorstehende Zusammenarbeit.