Manfred Wilk ist dritter Ehrenbürger der Stadt Sehnde

Nein, auf die Rente wird sein Engagement nicht angerechnet, da hatte Manfred Wilk (re.) die Lacher auf seiner Seite. Nach 27 Jahren Ratsarbeit, unter anderem mit legendärer Genauigkeit als Haushaltsexperte, und zuletzt auch als CDU-Fraktionschef, konnte er am Donnerstag gerührt die höchste Anerkennung bilanzieren: Nach einstimmigem Beschluss des gesamten Rates verlieh ihm Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke (li.) die Ehrenbürgerwürde der Stadt Sehnde. (Foto: Walter Klinger)

Stehender Beifall des gesamten Rates für langjähriges Mitglied

SEHNDE (kl). Manches ist bewährt, und da stehen weiter alle Fraktionen dahinter; manches muss der Zeit angepasst werden, aber beim „wie“ gibt es auch Minderheitsvoten; manches muss neu beraten werden, und da gibt es dann schon mal wechselnde Mehrheiten. So wird es wohl sein in den nächsten fünf Jahren im Stadtrat Sehnde, wo die CDU (15 Mandate) jetzt nur noch eine Stimme mehr hat als die SPD (14), die koalitionsunwilligen Grünen mit nun vier Stimmen das „Zünglein an der Waage“ sind und auch die Linke über einen Sitz verfügt.
Einige Führungspositionen bleiben indes unverändert: Wie bisher wird neben dem von den WählerInnen mehrheitlich im Amt bestätigten hauptamtlichen Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke (CDU) weitere fünf Jahre das bewährte Duo der stellvertretenden Bürgermeisterinnen, Gisela Neuse von der SPD und Maike Vorholt von der CDU, die Stadt Sehnde nach außen vertreten. Auch liegt die Leitung der Ratssitzungen weiter in den Händen des Ratsvorsitzenden Heinrich Heineke und von Gisela Neuse als seiner Stellvertreterin.
Keine Einigkeit aber gab es bei der Verkleinerung der Fachausschüsse (vor zehn Jahren noch acht). Wolfgang Ostermeyer von der CDU gab für noch zwei Gleichgesinnte ein Minderheitenvotum gegen den Wegfall des fünften Ratsausschusses ab (weil darunter Bürgernähe und Bürgerbeteiligung litten). Unter klaren Mehrheitsverhältnissen war so etwas bislang selten.
Keine Mehrheit zur Seite hatte plötzlich auch der Bürgermeister, der – weil für die als Alternative überlegte Auslagerung von Gruppen in die Schule nicht die gesetzlichen Platzgrößen zur Verfügung stünden – den Erweiterungsumbau des Kindergartens in Höver nach dem alten, schon länger beratenenen Plan beantragte, damit die geplante neue Krippe zum nächsten Kindergartenjahr fertig wird.
Bis auf die CDU waren sich aber alle einig, die allseits versprochene bessere Bürgerbeteiligung dadurch zu beweisen, dass die Krippenpläne nochmals mit den Bürgern im Ortsrat zu diskutieren seien. Auch wenn der sich erst am 23. November konstituiert und sich die Baumaßnahme eventuell verzögern.
Einig dagegen waren sich alle, dass Manfred Wilk – der den Wiedereinzug in den Stadrat knapp verpasst hatte – nach 27 Jahren Rats- und sogar 37 Jahren Ortsratsarbeit, darunter in führenden Positionen, die Ernennung zum dritten Ehrenbürger der Stadt Sehnde verdient habe. Alle Fraktionen und die Verwaltung unterstrichen dies mit Stehenden Ovationen.