Klimaschutz hat bei Politik und Verwaltung in Sehnde eine hohe Priorität

Sehndes Klimaschutzmanagerin Karina Lehmann legte nach einem Jahr eine positive Bilanz vor. Die Teilnehmerzahl und das Ergebnis beim Stadtradeln hält sie hingegen für „steigerungsfähig“. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Managerin Karina Lehmann zieht nach einem Jahr ein positives Fazit

SEHNDE (hdb). Ein neues Blockheizkraftwerk in Höver für nicht nur - kommunale Einrichtungen wird immer wahrscheinlicher. Perspektivisch setzt Sehnde auch auf ein gesamtstädtisches Konzept zur Windkraftnutzung. Diese und andere Ziele beinhaltet ein Klimaschutzkonzept, das der Rat vor drei Jahren beschlossen hatte.
Seit einem Jahr verantwortet im Sehnder Rathaus Klimamanagerin Karina Lehmann die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele. Nach einjähriger Tätigkeit zog sie jetzt eine positive Zwischenbilanz und stelle neue Projekte in Aussicht. „Was ich hier mache, habe ich mir gewünscht, und ich mache es gern“, sagte die städtische Mitarbeiterin, der man ihr Engagement für den Klimaschutzangesichts ihres temperamentvollen Vortrages sofort abnimmt.
Aktuell steht auf der städtischen Agenda für verbesserten Klimaschutz die Prüfung, ob sich in Höver für die städtischen Einrichtungen wie Grundschule, Kindergarten und Lehrschwimmbecken ein Blockheizkraftwerk lohnen würde. Inzwischen, teilte Lehmann mit, hätten sich auch schon Privatleute für eine Projektteilnahme interessiert. Fachbereichsleiter Godehard Kraft ergänzte, mit dem Ergebnis einer Nutzwertbetrachtung sei nach der Sommerpause zu rechnen. „Tendenziell sieht es gut aus. Es dürfte sich lohnen, genauer hinzuschauen“, sagte Kraft.
Jüngst hat die Kommune auch erstmals an der regionsweiten Aktion des Stadtradelns teilgenommen. 92 weibliche und männliche Teilnehmer legten dabei fast 15 000 Kilometer zurück, was - rechnete Lehmann vor einer Vermeidung von rund 2150 Kilogrammumweltschädlichem Kohlendioxyd entspricht. Ein 34-köpfiges Rathausteam ging bei knapp 5 000 geradelten Kilometern mit gutem Beispiel voran. Die Kommunalpolitiker hingegen hielten sich eher zurück, was Lehmann bedauerte und auf Besserung im nächsten Jahr hofft.
Nachdem die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf sparsame LED-Leuchten abgeschlossen und ein Baulückenkataster erstellt worden ist, wird die Klimaschutzmanagerin sich als nächstes Unterfangen ein gesamtstädtisches Konzept zur Windkraftnutzung vorknöpfen. Derzeit bestehen im Stadtgebiet bereits 15 Anlagen, die im vergangenen Jahr rund 30 GWh Strom erzeugten - und dadurch etwa 17 300 Tonnen CO² vermeiden konnten.