Jägervater-"Blattschuss" mit genau den geforderten 300 Ring

Und das war wirklich kein Jägerlatein im Iltener Schützenhaus . . .

SEHNDE/ILTEN (r/kl). Einmal im Jahr treten in Ilten die Jagdschützen im Vereinshaus des Schützenvereins (SV) Ilten vor die Scheiben. Nicht mit jagdlichen Waffen, sondern mit den Sportgewehren des Schützenvereins kämpften die Jägerinnen und Jäger dann bereits zum 10. Mal um eine seinerzeit von Iltens Ehren-Ortsbürgermeister Hans Lange gestiftete Ehrenscheibe.
Um es den Seriensiegern Jörn Ohlendorf und Carl-Ernst Depenau in diesem Jahr nicht allzu leicht zu machen, hatte sich der sportliche Leiter des SV Ilten, Joachim Siele, einen Wettbewerb ausgedacht, von dem er sich mehr Chancengleichheit zwischen den sehr guten und „nur“ guten Jagdschützen erhoffte:
Nicht – wie üblich – derjenige, der den besten Schuß abgab (gemessen wird die Abweichung eines Schusses vom absoluten Mittelpunkt der Scheibe in der Maßeinheit „Teiler“), sollte gewinnen. Vielmehr mußten sich die Schützen der Marke von 300 Teilern nähern. Dies entspricht dem Schußwert einer guten 9 und sollte den Schützen, die nicht mit jedem Schuß die 10 treffen, einen Vorteil bieten.
Die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mühten sich redlich und brachten ein überraschendes Ergebnis zutage: Als Hendrik Depenau seinen Scheibenstreifen zur Auswertung abgab, zeigte die Elektronik einen Schußwert von 299 Teilern an. Der Jubel war entsprechend groß. Dann gab Henning Wolff ein Schießergbnis von immerhin 298 Teilern zu Protokoll. Beiden wurde seitens der weiteren Teilnehmerschaft hoher Respekt gezollt.
Sportleiter Siele war angesichts der präzisen Schießergebnisse durchaus überrascht. Als dann Hendriks Bruder Jan-Dirk Depenau seine Scheiben zur Auswertung abgab und die Anzeige gleichfalls bei 298 Teilern stehen blieb, kamen erste Zweifel an der ordnungsgemäßen Scheibenauswertung auf.
Kurz vor Ende des Wettbewerbs schließlich legte Carl Ernst Depenau dem Schiedsgericht seine Scheiben zur Bewertung vor. Ungläubig nahm er die Bewertung entgegen: Genau die geforderten 300 Teiler hatte Depenau getroffen und verwies damit seine beiden Söhne auf die Plätze.
Die Jägerschaft quittierte die Bekanntgabe dieses Ergebnisses mit großem Hallo und gratulierte mit „Dreifach Horrido“. Strahlend nahm Carl Ernst Depenau seine Trophäe entgegen und darf sein zuhause wiederum für ein Jahr mit Iltens „Jägerscheibe“ schmücken. Fazit: Der geübte Schütze läßt sich auch von noch so ausgefallenen Bedingungen nicht verwirren.
Und weil es nun wieder nicht gelungen war, die „Depenau-/Ohlendorfsche Siegesserie“ zu unterbrechen, regten die Teilnehmer an, im nächsten Jahr erst einmal die entsprechenden Schüsse abzugeben und erst danach Bedingungen zu verkünden, die eben nicht einem der „üblichen Verdächtigen“ den Sieg bescheren…
BILDUNTERSCHRIFT:
Nicht nur beim Schrotschuß in freier Wildbahn sondern auch im Umgang mit den Präzisionsgewehren des Schützenvereines sind sie geübt (v.l.): Jan Dirk Depenau landete auf Platz 3, sein Vater Carl-Ernst Depenau mit dem Preis des Siegers, der Iltener Jägerscheibe, Bruder Hendrik Depenau, der Platz 2 belegte und Hennig Wolff, der sich mit J.-D. Depenau den Bronze-Rang teilte. Foto: SV Ilten