Hotel „Zur Linde“ wird zur Unterkunft für etwa 150 Flüchtlinge

Etwa 40 Vereinsvertreter und Kommunalpolitiker haben die neue Sammelunterkunft für Asylbewerber in Augenschein genommen. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Kommunalpolitiker und Vereinsvertreter besichtigen gemietete Immobilie

HÖVER (hdb). Das ehemalige Hotel „Zur Linde“ bietet künftig bis zu 150 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf. Kommunalpolitiker und Vertreter örtlicher Vereine und Hilfsorganisationen haben jetzt kurz vor der erstmaligen Belegung die neue Sammelunterkunft besichtigt.
Nach einer stark besuchten, weitgehend sachlich verlaufenen Einwohnerversammlung Anfang Dezember 2015 war vor allem im Ortsrat von Höver der Wunsch nach noch mehr Informationen über die künftige Sammelunterkunft geäußert worden. Dieser Bitte kam nun die Stadtverwaltung nach und hatte zur Besichtigung des vierteiligen Gebäudekomplexes in der Professor-Plühr-Straße einen begrenzten Personenkreis eingeladen. Sehndes 1. Stadtrat Rolf Steinhoff begrüßte vor Ort etwa 40 Interessenten. Ihnen standen auch Fachdienstleiterin Susann Thier und Daniela Rössing vom Immobilienmanagement Rede und Antwort.
Erstmals zu Gesicht bekamen Mitglieder des Stadt- sowie des Ortsrates und Vertreter von Vereinen, Hilfsorganisationen mit Constantin und Jürgen Brumm den Vertragspartner zu Gesicht, mit dem die Kommune den mehrjährigen Mietvertrag über das ehemalige Hotel abgeschlossen hat – ein „Vorzeigeobjekt“, wie die Betreiber mehrerer Flüchtlingsunterkünfte meinten. Die Schlüsselübergabe geschah nach einigen Umbauten erst vor wenigen Tagen. Die ersten Asylbewerber werden nach städtischen Angaben in der kommenden Woche schrittweise einziehen.
Insgesamt stehen 80 Einzel-, Doppelbett- und Mehrbettzimmer mit einfacher Standardausstattung zur Verfügung. Eingebaut wurden Gemeinschaftsküchen und Waschmaschinen. Der ehemalige Saal „Wernigerode“ steht als Versammlungsraum und für gemeinsame Mahlzeiten zur Verfügung.
Ansprechpartner finden die neuen Bewohner in zwei Sozialarbeitern und zwei Assistenten sowie einem Hausmeister. Ein Sicherheitsdienst soll für Ruhe und Ordnung sorgen. Mit Angaben zu dieser Personalausstattung unter Regie der Arbeiterwohlfahrt als Träger der Einrichtung trat die Verwaltung kritischen Fragen hinsichtlich „kräftiger Männer mit viel Langeweile“ entgegen.
Auch polizeiliche Präsenz und eine aufmerksame Ortsfeuerwehr gehörten zu mit Vorurteilen behafteten Forderungen nach einem Höchstmaß an Sicherheit für die Bevölkerung.
„Wir wollen der Verunsicherung in der Bevölkerung entgegenwirken, man kann gar nicht genug informieren“, hatte Stadtrat Rolf Steinhoff den nichtöffentlichen Besichtigungstermin eingeleitet. Dieses Bestreben hat die Verwaltung mit Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke gleich in die Tat umgesetzt und den Rat und alle Ortsräte zu einer Sondersitzung noch in dieser Woche eingeladen. Einziger Tagesordnungspunkt: „Information zur Flüchtlingssituation“ (der MARKTSPIEGEL berichtet darüber in seiner nächsten Ausgabe).