Haimarer Gemeinderaum ist jetzt in die Kirche integriert

Unter der Haimarer Kirchenempore beginnt der durch Glas abgetrennte neue Gemeinderaum - eine Lösung, welche die Aufgabe des zu großen Gemeindehauses ermöglichte und bei seiner Einweihung am Sonntag für seine ansprechende Gestaltung, Raumhelligkeit und Funktionalität viel Lob erhielt. (Foto: Walter Klinger)

Modernes Gebäude- und Energiemanagement des Kirchenkreises greift

SEHNDE/HAIMAR (kl/aw). Mit der Aufgabe ihres bisherigen Gemeindehauses und dem Einbau von 120 Quadratmeter Gemeinderaumfläche in die Kirche hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Haimar die Vorgaben der Landeskirche für Gemeindehäuser erfüllt und eine Reduktion der dafür festgelegten Anhaltszahlen von 316 auf etwa 95 Prozent vollzogen.
Die neue, optisch wie von ihrer Funktionalität ansprechende Baulösung für die Gemeinderäume wurde am Sonntag in einem feierlichen Gottesdienst von Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann und Gemeindepastor Hans-Jürgen Pabst eingeweiht - und erntete viel Lob, unter anderem auch vom Ortsbürgermeister und Regionsabgeordneten Konrad Haarstrich. Es ist dies nicht die einzige Veränderung bei den Gemeindehausflächen der Gemeinden im Kirchenkreis.
Bereits m Jahre 2007 hatte die Mehrzahl der Kirchengemeinden im Kirchenkreis Burgdorf einen deutlichen Überhang an Gemeindehausflächen im Bezug auf die Vorgaben der Landeskirche für neue Gemeindehäuser. Der Kirchenkreisvorstand hat damals einen Beschluss zur Reduktion der Gemeindehausflächen gefasst, um so die Kosten der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises im Bau- und Bewirtschaftungsbereich zu senken.
In dem Beschluss hieß es: "In einem Zeitraum von fünf Jahren sollen die Verhältniszahlen zum Raumprogramm der Landeskirche von jetzt kirchenkreisweit 153 Prozent auf durchschnittlich 120 Prozent gesenkt werden und jede Kirchengemeinde darf höchstens 130 Prozent erreichen. Diese Obergrenze muss nicht nur durch reale Flächenreduzierungen, sondern kann auch durch ,Alternativfinanzierungen' erreicht werden.
Eine angemessene Mitfinanzierung gegebenenfalls anfallender Umbauarbeiten durch den Kirchenkreis ist sicherzustellen."
Dieser Beschluss hat eine große Bewegung im Kirchenkreis in Gang gesetzt, denn die meisten Kirchengemeinden bekommen seither weniger Bewirtschaftungskosten zugewiesen. Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren die Energiekosten stark gestiegen sind.
Darüber, welche konkreten Möglichkeiten die Kirchengemeinden nun haben, ihre Gemeindehausflächen auf die vorgegebenen Maßstabszahlen zu reduzieren, informierten bereits bei der Aufgabe des Bonhoefferhauses der Kirchengemeinde Sehnde Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann und der stellvertretende Superintendent des Kirchenkreises Burgdorf, Johann Christophers (Ilten).
Mögliche Reduzierungen können danach sein sein:
- ständige Vermietungen (Wohnungen, Kinderkrippen, Läden, Praxen),
- der Verkauf von Gebäuden,
- der Abriss von Gebäuden,
- der Einbau von Gemeinderäumen in Kirchen (wie jetzt in Haimar,
- Alternativfinanzierungen, zum Beispiel durch Fördervereine, Stiftungen und ähnliche.
Um die Kirchengemeinden bei der Umsetzung ihrer Plane zu unterstützen, hat 2007 der Kirchenkreis für die unterschiedlichen Maßnahmen Extra-Rücklagen gebildet. Er beteiligt sich an den bzw. finanziert die Kosten bei der Beratung von Flächenreduzierungen, bei energetischen Beratungen, bei Umbaumaßnahmen, bei energetischen Sanierungen von Gemeindehäusern (GHS).
Insgesamt hat der Kirchenkreis die Maßnahmen in den zurückliegenden Jahren mit bisher mehr als 600.000 Euro unterstützt.
Es gibt bereits einige konkrete Ergebnisse:
- Sievershausen hat einen Teil der Gemeinderäume zu einer Wohnung umgebaut
(Reduktion von 180 auf etwa 102 Prozent).
- Paulus Burgdorf hat über 140 Quadratmeter des Gemeindezentrums zu Krippenräumen umgebaut (Reduktion von 240 auf etwa 135 Prozent).
- Hämelerwald hat über 80 Quadratmeter ihres Gemeindehauses zu Krippenräumen umgebaut (Reduktion von 175 auf etwa 135 Prozent).
- Sehnde hat ein GHS aufgegeben und baut ihr zweites GHS um (Reduktion von 193 auf etwa 120 Prozent).
Das Gebäude- und Energiemanagements wird insgesamt auf Kirchenkreisebene durch eine Projektgruppe begleitet, die im Rahmen des Organisations- und Entwicklungsprozesses (OEP) des Kirchenkreises arbeitet. Mindestens einmal im Jahr werden dem Kirchenkreis und den Gemeinden die Ergebnisse anhand von Daten verdeutlicht (Datenbank für die Gemeindehausflächen aller Kirchengemeinden und den Energie- und Bewirtschafmngskosten der Gebaude ist entstanden).
"Insgesamt ist der nicht immer sehr leichte und manchmal auch schmerzliche Prozess, denn wer verliert schon gerne lieb gewordene Räume, auf einem guten Entwicklungsstand," bilanziert der stellvertretende Superintendent Johann Christophers.