"Haarmanns Erbe": Spannende Lesung im Gutshof Rethmar

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel (beide am Tisch) bescherten zusammen mit Arndt Schulz (hinten) ihrem Publikum einen höchst vergnüglichen Abend – mit leichten Gruselschauern. (Foto: Susanna Veenhuis)
Sehnde: Gutshof Rethmar |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Autorenduo stellt vor vollem Haus interaktiven Hannover-Krimi vor

SEHNDE-RETHMAR (sv). „Auf Wiedersehen!“ Das waren der Überlieferung zufolge die letzten Worte des hannoverschen Massenmörders Fritz Haarmann, bevor er unter der Guillotine seinen Kopf verlor.
Um eben diesen Kopf ging es in der Lesung von Ulrike Gerold und Wolfram Hänel, die im Gutshof Rethmar jetzt ihren neuen Hannover-Krimi „Haarmanns Erbe“ vorstellten. Musikalisch befasste sich Arndt Schulz an der Gitarre mit dem Killer.
„Haarmanns Erbe“ ist der Titel des zweiten Krimis um den Ermittler Tabori, der sich aufgrund seines Falls in dem Vorgängerbuch „Kein Erbarmen“ eigentlich vom Polizeidienst verabschiedet hatte.
Die Autoren Ulrike Gerold und Wolfram Hänel konfrontieren ihn bei seiner Rückkehr in die Polizeibehörde scheinbar gleich mit einem Vermächtnis der düsteren hannoverschen Berühmtheit:
„Haarmann“ steht kurz und bündig auf dem Etikett des großen Glases, das ein Passant gefunden hat – nicht zufällig ausgerechnet bei dem Kunstprojekt „Kopfsteinpflaster“ aus in Beton gegossenen Köpfen nahe des Finanzamts am Schiffgraben.
Doch bevor die Schriftsteller im Sinn einer klassischen Lesung Auszüge aus ihrem jüngsten Krimi vortrugen, luden sie ihre Zuhörer zu einer vergnüglichen Zeitreise durch Hannovers Geschichte und Geschichten über deren prägende Persönlichkeiten ein – die peinlichen eingeschlossen.
„Es ist echt ein Glück, dass so weit weg von Hannover so viele gekommen sind“, stellte Wolfram Hänel den Bezug zur Gegenwart und damit zu den 80 Besuchern im ausverkauften Rittersaal des Gutshofs in Rethmar wieder her.
Diese hatten trotz leichter Gruselschauer auch immer viel zu Lachen – nicht zuletzt, wenn Arndt Schulz, Gitarrist der hannoverschen Rockband „Jane“, auf der Gitarre mit feiner Ironie in der Stimme das berühmte Haarmann-Lied „Warte, warte nur ein Weilchen“ anstimmte.
Bei der Entstehung von „Haarmanns Erbe“ hatten hannoversche Zeitungleser ihre Ideen einbringen können, so dass es sich gewissermaßen um einen interaktiven Krimi handelt.
Gerold und Hänel entließen ihr Publikum nach zwei kurzweiligen Stunden zu dem Beatles-Titel „Maxwell Silverhammer“, mit einem Augenzwinkern gespielt und gesungen von Arndt Schulz.