Grußwort zum Jahreswechsel

Carl Jürgen Lehrke, Bürgermeister der Stadt Sehnde. (Foto: Stadt Sehnde)

Von Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das letzte Kalenderblatt ist aufgeschlagen, wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Jahr. Jetzt ist die Zeit für Besinnung, die Zeit für einen Rückblick auf das alte Jahr und die Zeit für einen Ausblick auf das neue Jahr. Was war? Was bleibt? Was kommt?
Es geht uns so gut geht wie noch nie! Das klingt absurd, aber es entspricht der Wahrheit! Wir genießen so viel Freiheit und Möglichkeiten wie noch nie zuvor, wir leben heute in der friedlichsten Epoche der Menschheit und trotzdem - oder gerade darum - leben viele Menschen in Angst und Sorge.
Die Globalisierung, die scheinbar grenzenlose Medien- und Informationsflut, die vielen Menschen auf der Flucht, die europäischen Krisen und politischen Veränderungen, Kriege und Terror in der Welt.
Hier vor Ort erleben wir die Auswirkungen von Krieg und Angst durch Geflüchtete, die zu uns kommen, hier Hilfe, Aufnahme und teilweise auch eine Heimat suchen. Auch wenn die Zahl der Geflüchteten durch die Schließung der Balkanroute im Frühjahr 2016 stark zurückgegangen ist, bedeutet das nicht, dass es keine Menschen auf der Flucht mehr gibt. Lediglich die unkontrollierte Zuflucht wurde unterbrochen.
In Sehnde haben wir im Laufe des Jahres 162 Menschen aufgenommen und ihnen in Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften ein Obdach geboten. Insgesamt leben nun knapp 370 Asylsuchende und anerkannte Geflüchtete in den Sehnder Ortsteilen. Die aktuelle Liste der Unterbringungszahlen finden Sie jederzeit auf unserer Homepage.
Viele der Geflüchteten, die überwiegend aus Syrien und dem Irak stammen, haben eine gute Bleibeperspektive in Deutschland. Es gilt nunmehr die große Herausforderung der Integration dieser Menschen hier vor Ort zu bewältigen. Dabei bedarf es des Zusammenwirkens aller gesellschaftlichen Kräfte. Im April hat sich die Flüchtlingshilfe Sehnde gegründet. Zweck des Vereins ist es, die Integration der Geflüchteten in die Stadtgemeinschaft zu fördern und den interkulturellen Austausch und eine Willkommenskultur zu pflegen.
Daneben leisten auch das Ehrenamtliche Netzwerk für Asylsuchende in Sehnde (ENAS) und andere Initiativen wie Lonea, die Kirchengemeinden oder engagierte Einzelpersonen weiterhin unermüdlich einen wesentlichen Beitrag zur Integration.
Nicht nur den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vor Ort und den Anliegerinnen und Anliegern, sondern uns allen wird der 22. Juni 2016 in Erinnerung bleiben. Gut zwei Jahre nach dem Großbrand im O-Trakt der Kooperativen Gesamtschule stiegen in unmittelbarer Nachbarschaft wieder dunkle Rauchwolken in die Luft. Für uns alle unfassbar, hat tatsächlich schon wieder ein Brandunglück Sehnde erschüttert und nachhaltig beeinflusst.
Nach dem Großeinsatz mit 255 Einsatzkräften - darunter alle Sehnder Ortswehren, Kräfte der Lehrter Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr Hannover und des technischen Hilfswerkes - konnte das Feuer gelöscht und festgestellt werden, dass keine Personen zu Schaden gekommen waren. Die Turnhalle aber war komplett niedergebrannt und die Gebäudereste mussten abgerissen werden.
Nach dem Brand zeigte sich wieder einmal, dass der Zusammenhalt und das Engagement in Sehnde ihres Gleichen suchen. Schulen, Vereine, Politik und Verwaltung haben sich zusammengesetzt, Übergangslösungen erarbeitet und flexibel und mit Engagement auf die neue Situation reagiert.
Nach gerade einmal zwei Sportringsitzungen waren die Themen Hallenbelegung und Hallenzeiten für alle Nutzerinnen und Nutzer geregelt und geordnet. Vielen Dank an alle Mitwirkenden, insbesondere an den Sportring.
Nun stehen Verwaltung und Politik vor der Aufgabe ein zukunftsfähiges Konzept für die dringend notwendige Schulerweiterung und eine neue Turnhalle zu erstellen und umzusetzen. Bis zum Abschluss des Projektes werden Jahre vergehen und die Geduld der Nutzerinnen und Nutzer auf eine besondere Probe gestellt. Die Auswirkungen des Brandes stellen eine Herausforderung für Sehnde dar, die in die kommenden Jahre hineinwirkt.
Sehnde ist seit vielen Jahren beständig die im Altersdurchschnitt jüngste Kommune mit einer der stärksten Wachstumsraten in der Region Hannover. Die Nachfrage nach und der Bedarf an Bau- und Gewerbeland ist noch immer ungebremst. Nach dem Erwerb von Siedlungsflächen und der bedarfsgerechten städtebaulichen Planung werden wir im kommenden Jahr mit der Ausweisung neuer Baugebiete wieder verstärkt an den Markt gehen. Alle Planungsverfahren finden Sie auch auf unserer Homepage.
Bei unseren Planungen betrachten wir selbstverständlich den Bedarf für alle Familienphasen - von jung bis alt. Die Geburtenrate in Sehnde ist 2015 & 2016 erstmals seit 5 Jahren wieder gestiegen. Das entspricht dem Bundestrend und sorgt natürlich für einen erhöhten Bedarf an Plätzen in den kinderbetreuenden Einrichtungen im Stadtgebiet.
Eine gute Kinderbetreuung und die frühe Förderung für alle Kinder gehört zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben der Stadt Sehnde, damit Eltern insgesamt in ihrer Erziehungsverantwortung gestärkt werden. Zudem ist Berufstätigkeit heute in der Regel für beide Elternteile ein wesentlicher Bestandteil ihrer Lebensplanung. Der kontinuierliche Ausbau der Kindertagesbetreuung stellt somit einen zentralen Aspekt zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dar.

Durch die Erweiterung des Hortes Regenbogen in Ilten und den Umzug des Hortes Kunterbunt in die Astrid Lindgren Grundschule in Sehnde konnten in diesem Jahr insgesamt 20 neue Betreuungsplätze geschaffen werden. Für die Schulkinderbetreuung stehen damit in Sehnde insgesamt 112 Hortplätze zur Verfügung.
Bei der Betreuung der unter dreijährigen Sehnderinnen und Sehnder haben sich auch die Tagespflegestellen und Tagespflegepersonen zu attraktiven Betreuungsmöglichkeit entwickelt, die ein gleichrangiges Angebot zur Krippenbetreuung bieten und für viele Eltern eine echte Alternative darstellen.
Ein Fest, an dem alle Altersklassen ihren Spaß hatten, war das Bergfest. Am 20. & 21. August rief der Berg und knapp 19.000 Besucherinnen und Besucher kamen. Das dieses Fest wieder ein Erfolg wurde ist der Unterstützung der Firma K+S Baustoffrecycling zu verdanken, die den Betreib für einige Tage ganz auf das Bergfest ausrichtete. Außerdem haben das Veranstaltungsteam und fast 500 ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer dafür gesorgt, dass das Bergfest wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde.
Erlebbare Demokratie ist eine Wahl und nach dem Motto „nach der Wahl ist vor der Wahl“ beginnen bereits jetzt wieder die Vorbereitungen für die Bundestagswahl im kommenden Jahr. Am 11. September 2016 standen im Rahmen der Kommunalwahl die ehrenamtlichen politischen Vertreterinnen und Vertreter für die Ortsräte, den Rat und die Regionsversammlung zur Wahl.
Eine logistische Herausforderung, die dank der hervorragenden Zusammenarbeit von Ehrenamt und Verwaltung reibungslos über die Bühne ging. Ich gratuliere allen gewählten Vertreterinnen und Vertretern in den Gremien und wünsche Ihnen und uns eine gute Zusammenarbeit im Sinne und zum Wohle unserer Stadt.
Politische Ämter sind Ehrenämter, die im zeitlichen Aufwand oft über ein Normalmaß hinausgehen und es müssen nicht selten kontroverse Diskussionen und Abwägungen geführt und ausgehalten werden, um so eine Entscheidung herbeizuführen.
Ob die Durchführung einer Wahl, die Betreuung und Integration von Hilfesuchenden, die Ausführung von Ämtern und sonstige Unterstützung in Politik, Vereinen, Verbänden, Institutionen und in den Ortsgemeinschaften: Die ehrenamtliche Unterstützung ist vielfältig und in den meisten Lebenslagen und Gesellschaftsformen gar nicht wegzudenken.
Ich danke allen ehrenamtlich Tätigen, die individuell ihren Beitrag zum Allgemeinwohl leisten: Ihre Arbeit ist unverzichtbar und bereichert unser Zusammenleben!
Das Leben betrachten und über den alltäglichen Horizont hinausblicken – dafür geben uns die Weihnachtstage und der Jahreswechsel Gelegenheit. Gesundheit, Zufriedenheit und ein Leben in Frieden sind von unschätzbarem Wert. Wir können sie nicht kaufen, in Geschenkpapier wickeln und unter den Weihnachtsbaum legen. Umso mehr sollten wir nach ihnen streben und sie uns und unseren Mitmenschen wünschen.

Alles Gute für das Jahr 2017 wünscht Ihnen

Ihr Bürgermeister

Carl Jürgen Lehrke