Große Aufmerksamkeit für geplante Unterbringung von Asylbewerbern in Sehnde

Sachgebietsleiter Hans-Helmut Nordhorn demonstriert anhand eines Diagrammes die steigende Zahl von Asylbewerbern. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Sozialer Frieden soll durch Transparenz und Engagement bewahrt werden

SEHNDE (hdb). Sachgebietsleiter Hans-Hermann Nordhorn ist jetzt erst einmal urlaubsreif. Aber wenn er nach Ostern an seinen Schreibtisch im Sehnder Rathaus zurückkehrt, sind die Unterbringungsprobleme weiterer Asylbewerber keineswegs geringer geworden.
Oft bleiben ihm nur höchstens fünf Tage, um Lösungen vorzubereiten, wie sie beispielsweise aktuell für drei Häuser des ehemaligen Bundessortenamtes in Rethmar geplant sind. Für die neue Strategie der Verwaltung mit Sammelunterkünften – dezentrales Wohnen reicht nicht mehr aus – hatte der Rat jüngst grünes Licht gegeben.
Als erstes konkretes Projekt sollen (wir berichteten) in drei Häusern des Bundessortenamtes auf dem Gelände am Ortseingang von Rethmar stufenweise bis zu 78 Flüchtlinge untergebracht werden.
Während einer Ortsratssitzung informierte inzwischen Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke annähernd 80 Einwohner über die Planungen. Der Verwaltungschef erfüllte damit sein Versprechen, die jeweils betroffenen Einheimischen transparent zu informieren und so den seiner Ansicht nach „noch vorhandenen sozialen Frieden“ zu bewahren.
Die Rethmarer reagierten teils skeptisch, teils unvoreingenommen auf die Aussichten auf eine Sammelunterkunft. Mehrere Teilnehmer/innen trugen sich sogar in eine Unterstützungsliste für ein künftiges ehrenamtliches Engagement ein. Dazu bereit erklärt haben sich bisher schon zwölf Personen in der Kernstadt, die sich sogar in einem Netzwerk zusammengeschlossen haben.
Die weiterhin schneller als vorausgeplant steigende Zahl von Asylbewerbern hat zwangsläufig auch finanzielle und personelle Auswirkungen. Für zusätzlich benötigtes Betreuungspersonal erhält die Kommune keine Zuschüsse vom Land oder vom Bund.
Aktuell wird das Sachgebiet Soziales unter Nordhorns Verantwortung seit Jahresbeginn durch eine externe Mitarbeiterin von der Caritas mit einer halben Stelle unterstützt. Ab 1. Mai ist eine zusätzliche Vollzeitstelle fest eingeplant. In der April-Sitzung des Rates will Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke einen Nachtragshaushalt mit den finanziellen Auswirkungen präsentieren.

Foto: Horst-Dieter Brand