Großbrand vernichtet die KGS-Schulsporthalle in Sehnde

Bereits beim Eintreffen der Feuerwehren stand die Sporthalle schon in voller Ausdehnung in Vollbrand. Zu retten gab es hier nichts mehr - wohl aber ein Übergreifen der Flammen auf Stadtwald, Schul- und Jugendgebäude sowie Wohnhäuser in der Nachbarschaft zu verhindern. (Foto: Walter Klinger)
 
Mit Wasserkanonen (vorn), von der Sehnder und Lehrter Drehleiter (Mitte) und vom Teleskoplöscharm der Berufsfeuerwehr Hannover (hinten) bekämpften insgesamt 255 Feuerwehrleuten mit 35 Fahrzeugen (einige auch vom THW) den Sporthallenbrand. (Foto: Walter Klinger)

Stadtwald und viele weitere Gebäude gefährdet - die Feuerwehr retten sie

SEHNDE (kl). Bittere Ironie: Stunden, bevor am frühen Mittwochnachmittag die Sporthalle der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde an der Waldstraße durch ein Großfeuer bis auf die Grundmauern zerstört wurde, hatten Fachhandwerker dort Messungen für die Installation von Rauchmeldern vorgenommen - die Nachbesserung beim Brandschutz hatte nach dem ersten Großbrand eines Klassenraum-Traktes 2015 noch größere Aktualität bekommen.
Noch eine nicht mehr zeitgemäße Lösung aus der Zeit des Sporthallenbaues Mitte der 70er Jahre: die von der Hitzethermik in die umliegenden Straßen und Vorgärten getragenen rußgeschwärzten Brocken vor allem der Kunststoffböden, welche auch die noch 50 Kilometer entfernt sichtbare grau-schwarze Rauchwolke verursachten, stehen unter Asbest-Verdacht. Sie sollten nicht selbst entsorgt werden, die Versicherung hat dafür Experten beauftragt.
Experten der Polizeidirektion Hannover für die Brandursachenermittlung gehen nach ihrer Untersuchung der Brandruine am Donnerstag von einem Defekt in der elektrischen Anlage der Sporthalle als Brandursache aus.
Dank der Menschlichkeit der Schulleitung, welche die Schüler/innen bereits Mittwochvormittag in die Ferien entlassen hatte, waren Menschen bei dem kurz nach 13.00 Uhr gemeldeten Brand nicht gefährdet.
Wenn man sich vom Schock dieses zweiten Brandes an der KGS in nur etwas mehr als einem Jahr erholt hat und bei den Festen dieses Sommers wieder froh das Niedersachsenlied singt, dürften nicht zuletzt die wegen der Hitzeentwicklung - zum Teil über die Nacht - evakuierten direkten Anlieger an der Waldstraße bei der Liedzeile "eine feste Wehr . . ." an die Sehnder Feuerwehren und ihre Unterstützer auch aus Lehrte und von der Berufsfeuerwehr Hannover denken: deren (Wasser-)Riegelstellungen hatten ein Übergreifen auf den Stadtwald (einzelne Bäume waren schon angekokelt) und auf die Gebäude von Schule, Mensa und Jugendzentrum mit Krippe am Papenholz sowie die Wohnhäuser an der Waldstraße verhindert. Bei ohnehin fast 30 Grad Tagestemperatur erbrachten die Feuerwehrleute unter Atemschutz körperliche Höchstleistungen. Einige dreiste Schaulustige, die am Beginn der Waldstraße ihre Arbeit behindeten, will die Stadt nun anzeigen.
Administrativ werden Höchstleistungen wie nach dem ersten Brand nun erneut auch der Schulleitung und Stadtverwaltung abverlangt. Für den angelaufenen Neubau von Lehrerzimmer und Selbstlernzentrum muss die Neubaukonzeption nun inklusive Sporthalle neu überlegt werden. Die mit abgebrannten Übungsräume der (Bläser-)Chorklassen sind zu ersetzen, zahlreiche Punktspiele und Trainingszeiten auch der Sportvereine zusammenzufassen oder (auch in Nachbarorte) auszulagern.
Wieder keine Ferien also für den Schulleiter, der deshalb bereits im zweiten Jahr in dieser Position von einigen schon "der ewige Milde" genannt wird - auch das ein Kompliment für eine persönliche Dauerleistung. In solche wird auch wieder der Sehnder Stadthaushalt treten müssen, denn die Versicherung dürfte nur den wesentlichen Teil des Millionenschadens decken.