Gleichstellungsbeauftragte in Sehnde informierte zum "Equal Pay Day"

Sarah Peters, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sehnde, vorn rechts, und Vertreterinnen des Arbeitskreises "Frauen für Sehnde engagierten" sich zum "Equal Pay Day" auf dem Wochenmarkt. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Frauen bekommen "gut" 50 Prozent weniger Rente

SEHNDE (dno). Die Lohnungleichheit in Deutschland bleibt eine Dauerbaustelle. Trotz zahlreicher Aktivitäten und großem Engagement verdienen Frauen in Deutschland durchschnittlich etwa 21,6 Prozent weniger als Männer.
Am 19. März wurden Frauen das erste Mal in diesem Jahr entlohnt, denn bis zu diesem Tag, dem sogenannten "Gender Pay Gap", arbeiteten sie „umsonst“. Das heißt 79 Tage wurden Leistungen erbracht, für die ihre männlichen Kollegen bereits ab 1. Januar 2016 bezahlt wurden.
„Leider hat sich in diesem Bereich noch nicht viel verändert“, so Sarah Peters, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sehnde. Doch, „Aufgeben, ist keine Option!“
Trotz Kälte und Nieselregen engagierten sich Birgit Luck, Sprecherin des Arbeitskreises Frauen in Sehnde, sowie Meike Fahl, Brigitte Thomas und Renate Grethe ebenfalls vom Arbeitskreis sowie Sarah Peters auf dem Wochenmarkt in Sehnde. Mit ihren knallroten Beuteln, dem Markenzeichen des "Equal Pay Day", waren sie eigentlich nur schwer zu übersehen, dennoch war das Interesse eher verhalten.
„Es fängt schon mit der Berufswahl an“, so Sarah Peters, „Frauen entscheiden sich eher für finanziell wenig anerkannte Jobs im sozialen Bereich wie zum Beispiel in Erziehung oder Pflege“. Durch Fehlzeiten, auf Grund von Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen, gehen kostbare „Arbeitsjahre“ verloren.
Auch der Wiedereinstieg erfolgt häufig in Teilzeit, da Doppelbelastungen durch Familie, Kinder oder Haushalt nur so zu bewältigen sind. Im Rentenalter klafft eine große Versorgungslücke und Frauen bekommen damit im Durchschnitt etwa 50 Prozent weniger Rente ausbezahlt.
Unter dem diesjährigen Motto „Was ist meine Arbeit wert?“ wurde auf dem Sehnder Wochenmarkt informiert und aufgeklärt. Berufe mit Zukunft, auch durchaus in Pflege und Erziehung, müssen gerechter bezahlt werden!
Auch in anderen Branchen fehlt es an weiblichen Fach- oder Führungskräften. Möglichkeiten für die Vereinbarkeit von Familie und Karriere müssen geschaffen und Lohnlücken geschlossen werden.
Seit 2008 wird der Equal Pay Day auf Initiative der "Business and Professional Women (BPW)" Germany in Deutschland durchgeführt. Inzwischen findet er in mehr als 20 europäischen Ländern statt.