Gefahrguteinsatz in Höver

Ätzend und leicht entzündlich: Nachdem auf dem Betriebsgelände in Höver 200 Liter Triethylamin-Flüssigkeit ausgelaufen waren, bereiteten die Sehnder Feuerwehren auch einen Löschangriff und einen Dekontaminationsplatz vor. (Foto: Feuerwehr Sehnde)

100 Einsatzkräfte sichern nach Säureleck

SEHNDE-HÖVER (r/kl). Am Montagabend kam es auf dem Gelände einer Speditionsfirma an der Hannoverschen Straße im Sehnder Ortsteil Höver zu einem Verladezwischenfall in der Halle. Aus ungeklärter Ursache schlug ein IBC Behälter mit etwa 200 Litern stark ätzender sowie leicht entzündlicher Triethylamin-Flüssigkeit leck.
Der Stoff verflüchtigt sich relativ rasch mit Kontakt an der Umgebungsluft. Dennoch bestand erhöhte Gefahr durch Reizung der Atemwege. Verletzt wurde jedoch niemand. Auch die Bevölkerung der Umgebung war nach Angaben der Feuerwehr zu keiner Zeit akut gefährdet.
Um 20.23 Uhr meldete die Firma, dass in der Halle ein Behälter mit einer Flüssigkeit leckgeschlagen sei. Daraufhin wurde die zuständige Ortsfeuerwehr mit der Fachgruppe ABC Gefahren alarmiert.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war die Halle bereits evakuiert worden. Nach ersten Auskünften ging der betriebszugehörige Chemiker von Salzsäure aus. Nachdem die Ladepapiere der Wechselbrücke zugeordnet werden konnten, wurde der Stoff Triethylamin festgestellt.
Die Feuerwehr begann umgehend mit der Absperrung der Wechselbrücke und dem Hallenbereich sowie mit dem Aufbau eines Löschangriffs und der Einrichtung eines Dekontaminationsplatzes. Zwischenzeitlich wurde das Alarmstichwort auf ABC 2 erhöht. Dadurch wurde der Gefahrgutzug Region Hannover-Ost alarmiert. Dieser konnte aber seine Einsatzfahrt nach Höver abbrechen, nach dem dort festgestellt worden war, dass es sich nicht um Salzsäure handelte.
Im weiteren Verlauf gingen Feuerwehreinsatzkräfte unter Chemikalienschutzanzügen zum betroffenen Berich vor und führten Messungen durch. Der Stoff Triethylamin hatte sich nach Verbindung mit dem Luftsauerstoff schlagartig verflüchtigt. Vermutlich waren aber geringe Mengen in das geschlossene Abwassersystem der Firma geflossen.
Um 22.23 Uhr entschied die Einsatzleitung der Feuerwehr aufgrund des stabilen Zustandes der Messungen, das firmeneigende Rohrnetz mit Wasser zu spülen und mit einem Spülwagen das eventlle kontaminierte Wasser wieder abzusaugen.
Bis zu diesem Zeitpunkt war die Stadtfeuerwehr Sehnde mit mehr als 100 Einsatzkräften und 18 Fahrzeugen rund vier Stunden im Einsatz. Für die Entsorgung des Wassergemisch wurde durch die betroffene Firma dann ein Entsorgungsunternehmen beauftragt.
"Die umfangreichen Messungen haben ergeben, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung der umliegenden Bevölkerung und Betriebe bestanden hat. Verletzt wurde bei diesem Einsatz glücklicherweise niemand, ein größerer Sachschaden konnte verhindert werden", so ein Feuerwehrsprecher.
Im Einsatz waren die Ortsfeuerwehren, Höver, Müllingen-Wirringen, Ilten, Bilm, Rethmar, Sehnde, Bolzum sowie die Fachgruppe ABC Gefahren der Sehnder Feuerwehr und der Rettungsdienst.