Fraktionen im Stadtrat Sehnde warten mit drei unterschiedlichen Vorschlägen auf

Teile des Bonhoefferhauses müssten abgerissen werden, falls sich die SPD mit ihrem Standortvorschlag durchsetzt. (Foto: Horst-Dieter Brand)
 
Gegenüber der Mensa (links im Bild) soll nach Vorstellungen der CDU-Fraktion der Erweiterungsbau entstehen. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Sehnde: Kooperative Gesamtschule Sehnde |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Mehrheit für Erweiterungspläne der KGS noch nicht in Sicht

SEHNDE (hdb). Das dürfte spannend werden: Der Sehnder Rat entscheidet bei seiner Sitzung am morgigen Donnerstag, 3. März, ab 18.00 Uhr im Ratssaal des Rathauses über den Standort für einen Erweiterungsbau der Kooperativen Gesamtschule (KGS). Die drei Fraktionen von CDU, SPD und Grünen gehen allerdings nach bisherigen Beratungen in den Fachausschüssen mit gegensätzlichen Meinungen in die entscheidende Abstimmung.
Unbestritten zwischen CDU und SPD ist die Notwendigkeit eines Erweiterungsbaus mit bis zu 13 allgemeinen Unterrichtsräumen am jetzigen Standort. Die Grünen hingegen haben einen neuen Schulstandort für eine - dreizügige - Integrierte Gesamtschule (IGS) bis zur 10. Klasse, beispielsweise in Rethmar oder Ilten, ins Gespräch gebracht. Das aber lehnen nicht nur die beiden großen Fraktionen von SPD und CDU, sondern auch die Schulleitung der KGS kategorisch ab.
Die Stadtverwaltung hatte in einer Vorstudie acht Varianten untersucht, zwei davon gelten als favorisiert und finden jeweils Fürsprache bei den Christ- beziehungsweise Sozialdemokraten. Beide allerdings haben für ihren Vorschlag bei 15 Sitzen der CDU und 14 der SPD keine eigene Mehrheit. Das Zünglein an der Waage läge also bei den Grünen (vier Mandate), die bisher aber nicht signalisiert haben, ihren eigenständigen Antrag zurückzuziehen.
Für die SPD-Fraktion hat deren Vorsitzender Olaf Kruse die Marschrichtung auf Anfrage des MARKTSPIEGEL wie folgt mit der Variante 2b skizziert: Teilabriss des Bonhoefferhauses (Krippe und in einem zweiten Schritt der Saal) und direkter Anbau des neuen Schulgebäudes an das Hauptgebäude des Bonhoefferhauses. Der erst kürzlich sanierte Kinder- und Jugendtreff soll „weitestgehend“ erhalten bleiben und später in den Neubau integriert werden.
Wert legt die SPD auf eine möglichst hohe Schonung des Baumbestandes im Papenholz, weshalb der Neubau „in Richtung Westen so nah wie möglich an die Straße/den Wendehammer heranrücken“ soll. Diese mehr als sechs Millionen Euro teure Variante setzt einen späteren Neubau der Krippe voraus.
Für die CDU-Fraktion ließ sich deren Vorsitzender Hartmut Völksen noch nicht in die Karten schauen und formulierte: „Die Meinung der Fraktion bleibt den nichtöffentlichen Beratungen im Verwaltungsausschuss vorbehalten.“
Völksen ließ immerhin durchblicken, seine Fraktion bevorzuge mit der Variante Nummer 5 „den Standort zwischen Mensa und Bonhoefferhaus“. Das würde zwar den kompletten Erhalt des Bonhoefferhauses sichern, allerdings einen „starken Eingriff in das Schutzgebiet“ bedeuten, wie die Stadtverwaltung zu bedenken gibt.
Sie befürchtet deshalb auch „Genehmigungshindernisse“ und Verzögerungen durch eine erforderliche Satzungsänderung. Deshalb glaubt Völksen: „Da diese Lösung Bäume kosten wird, dürfte eine Einigung mit den Grünen tendenziell eher nicht möglich sein.“ Dennoch sieht der Fraktionschef „im Rahmen einer zukunftsträchtigen und wirtschaftlichen Lösung im Interesse der Schüler der KGS Einigungschancen, um einen zeitnahen Baubeginn nicht zu gefährden.“
Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Günter Pöser, hat die Auffassung seiner Fraktion nochmals bekräftigt. Es sei „das erste Mal in dieser Wahlperiode, dass die Grünen auf dem Standpunkt bestehen“.
Erst müsse die Klärung über die Möglichkeit eines neuen Standortes erfolgen, weil die jetzige KGS mit ihren fast 1.800 Schülern jetzt bereits zu groß sei. Weder die Position der CDU noch die der SPD sei daher für die Grünen zustimmungsfähig.