Feuerwehren in der Stadt Sehnde zogen Jahresbilanz

Zu den Einsätzen der Feuerwehren der Stadt Sehnde zählte im Juli eine außergewöhnliche Tierrettung in Bilm. Dort war ein Pferd rückwärts in einen Sickerschacht gefallen und musste mit einem Spezialkran der Feuerwehr Hannover aus dem Schacht befreit werden. (Foto: Feuerwehr Sehnde/Tim Herrmann)

Einsatzzahlen sanken, dafür aber schwerere Unfälle

SEHNDE (r/dik). Die Ortsfeuerwehren der Stadt Sehnde haben im letzten Jahr weniger Einsätze gefahren. Den 201 Einsätzen im Jahr 2010 standen Ende 2011 noch 187 Einsätze gegenüber.
Deutlich zurückgegangen sind im vergangenen Jahr die Einsätze bei technischen Hilfeleistungen. Zu Beginn des vergangenen Jahres gab es, auch aufgrund des starken Winters, zahlreiche Tierrettungseinsätze, auch schwere Schneelasten mussten häufig von den Feuerwehrfrauen und -Männern beseitigt werden. Die Jahresbilanz für 2011 setzt sich aus 51 Brandeinsätzen, 81 Technische Hilfeleistungen, 6 nachbarschaftlichen Löschhilfen sowie der Unterstützung in anderen Kommunen, 38 Fehlalarmen und 11 Alarmübungen zusammen.
Trotz der steigenden Einwohnerzahlen im Stadtgebiet Sehnde lagen die Zahlen der Neuzugänge im aktiven Dienst in den Feuerwehren hinter den Erwartungen.
Durch die Gründung von Kinderfeuerwehren profitieren die Jugendfeuerwehren im Stadtgebiet. So ist anzunehmen, dass sich eine deutliche Wende erst in einigen Jahren abzeichnet, wenn die Mitglieder aus den Jugendfeuerwehren in den aktiven Dienst übernommen werden.
Aktuell kann die Übernahme von Jugendlichen aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst den Bedarf nicht einmal decken, und das ist besonders für die Ortsfeuerwehren ohne Jugendfeuerwehren problematisch.
Die Ortsfeuerwehr Gretenberg musste in eine Löschgruppe abgewandelt werden, da die Mitgliederzahlen den Mindestanforderung an eine Ortsfeuerwehr nicht mehr genügten. Eine Lösung brachte die Zuordnung der im Ort verbleibenden Löschgruppe Gretenberg zur Ortsfeuerwehr Klein Lobke.
Im Einsatzwesen wurden die Feuerwehren auch im vergangenen Jahr wieder vor vielfältigen Aufgaben gestellt. Wie die Zahlen deutlich machen, gingen die technischen Hilfeleistungen zwar spürbar zurück, dafür waren die Auswirkungen jedoch in der Schwere höher. So gab es gleich zu Beginn des vergangenen Jahres einen durch Glätte verursachten Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person im Müllinger Wald. Der schlimmste Einsatz in 2011 war für die Einsatzkräfte ein schwerer Verkehrsunfall zwischen Evern und Rethmar im August. Dabei wurde ein junger Mann so schwer verletzt, dass er noch an der Einsatzstelle verstarb.
Bereits im September kam es zu einem weiteren Verkehrsunfall zwischen Bilm und Höver. Hier erlitt der Fahrer ebenfalls schwere Verletzungen, konnte jedoch gerettet werden. Er hatte sich mit seinem Pkw überschlagen, war im Pkw eingeschlossen und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.
Auch ein Forstunfall im Wasseler Wald forderte die Einsatzkräfte: Zwei Waldarbeiter wurden von einem herabfallenden Ast getroffen und mussten aus dem unwegsamen Gelände gerettet werden.
Im Januar machte ein Zimmerbrand in Wassel ein ganzes Einfamilienhaus unbewohnbar. Dank des neu angeschafften Einsatzfahrzeuges in Wassel, das über einen Wassertank verfügt, konnte rechtzeitig ein Übergreifen der Flammen auf das Dach verhindert werden.
Eine außergewöhnliche Tierrettung gab es im Juli in Bilm. Dort war ein Pferd rückwärts in einen Sickerschacht gefallen. Nur durch die Hilfe von Großgerät war es möglich, das Tier aus dem Schacht zu befreien. Hierbei kam ein 60 Tonnen schwerer Feuerwehrkran der Berufsfeuerwehr Hannover zum Einsatz, mit dem das Tier aus dem Schacht gehoben werden konnte.
Viele fröhliche Stunden gab es zur Jubiläumsfeier der Ortsfeuerwehr Sehnde, die im vergangenen Jahr ihr 125-jähriges Bestehen hatte. Die Feierlichkeiten begannen am ersten Septemberwochenende mit einem großen Zapfenstreich in Sehnde und im Anschluss wurde das Jubiläum ein ganzes Wochenende lang, mit zahlreichen Aktivitäten für die großen und kleinen Gäste sowie Musik und Tanz, gebührend gefeiert.