Einsätze der Feuerwehren in Sehnde nehmen ab, aber mehr Brandtsiftungen gefährden . . .

Zu den zehn Einsätzen zum Jahresende 2014/15 in Sehnde gehörte auch ein Dachgeschosswohnungsbrand in Bilm, bei dem mehrere Ortsfeuerwehren ein Übergreifen der Flammen auf das weitere Wohngebäude verhinderten. (Foto: Feierwehr Sehnde)

Auch Fehlalarme steigen - Feuerwehreinsatzkräfte sind genervt

SEHNDE (r/kl). Die Ortsfeuerwehren der Stadt Sehnde wurden 2014 weniger häufig gefordert als 2013. Obwohl 2013 allein 46 Einsätze durch den Hagelsturm verursacht wurden, gab es einen deutlichen Rückgang von 255 auf 199 Einsätze im Jahr 2014. Ausrücken mussten die Sehnder Ortsfeuerwehren (Vorjahreszahlen in Klammern) im vergangenen Jahr zu 46 (64) Brandeinsätzen, 80 (135) technische Hilfeleistungen, 60 (38) Fehlalarmen, 3 (7) Alarmübungen und 10 (11) nachbarliche Hilfeleistungen, bei denen die Sehnder Einsatzkräfte in den Nachbarkommunen geholfen haben.
"Wäre die Anzahl der Fehlalarme im Jahr 2014 nicht so stark gestiegen, hätte es durchaus ein ruhiges Jahr werden können. Leider mussten 60-mal Feuerwehrfrauen und -männer anrücken, weil eine Brandmeldeanlage einen Fehlalarm ausgelöst hat - also mehr als einmal jede Woche. Dabei wurden diese Fehlalarme von weniger als zehn Brandmeldeanlagen verursacht", bilanziert in seinem Jahresbericht Stadtbrandmeister Jochen Köpfer.
Hier gilt der Dank der Feuerwehrleute wieder einmal den Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter problemlos für die Einsätze der Feuerwehr und die dafür erforderlichen Ausbildungen freistellen.
"Besonders ärgerlich waren für die Feuerwehrleute auch die wieder einmal zahlreichen Brandstiftungen an Abfallcontainern. Anders als in den Vorjahren wurden 2014 aber auch mehrere Container nahezu zeitgleich angesteckt und der oder die Täter nahmen keinerlei Rücksicht mehr auf die Sachwerte, Gebäude oder Menschen. In mehreren Fällen griffen die Flammen auf Gebäude über und richteten dort hohen Schaden an", kann der Sehnder Feuerwehrchef seine Betroffenheit nicht ganz verbergen.
Ein weiterer Einsatzschwerpunkt waren die so genannten hilflosen Personen hinter verschlossenen Türen. Seit Jahren lässt sich eine Zunahme dieser Einsätze beobachten – und das nicht nur in Bereichen mit hoher Wohndichte und der damit leider einhergehenden zunehmenden Anonymisierung. Es sind mittlerweile leider fast alle Ortsteile davon betroffen und immer häufiger finden die Einsatzkräfte hinter den verschlossenen Türen Personen, die schon länger verstorben sind.
Besonders turbulent wurde es noch einmal zum Jahresende mit elf Einsätzen in den letzten zehn Tagen.
"Für das Jahr 2015 wünschen die Feuerwehren der Stadt Sehnde den Sehnder Bürgern viel Erfolg, Gesundheit und möglichst keine Hausbesuche durch die Feuerwehren", so der Stadtbrandmeister.