Ehrenamtliches Netzwerk hilft mit ungebrochenem Engagement

Mit den Schriftzügen „Willkommen in Sehnde“ und „Refugees welcome“ an einem Energieversorgungsgebäude nahe dem Bahnhof werden die Asylbewerber freundlich begrüßt. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - 140 Sehnder haben sich zur Unterstützung Asylsuchender gemeldet

SEHNDE (hdb). Die Zahl der Flüchtlinge steigt und steigt – gleichzeitig aber auch die Bereitschaft der einheimischen Bevölkerung, Flüchtlinge zu unterstützen. Im „Ehrenamtlichen Netzwerk für Asylsuchende in Sehnde“ haben sich mittlerweile 140 Helferinnen und Helfer registrieren lassen.
Ihr Engagement ist allerdings auch dringend erforderlich. Denn die Flüchtlingszahlen - „laut Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke „eine Welle“ – sind keineswegs rückläufig. „Es kommen noch viele“, weiß auch Susann Thier, neue Fachdienstleiterin Soziales und damit im Rathaus hauptverantwortlich für die Gesamtproblematik. Bisherige Erfahrungen mit dem Netzwerk, das sich im Frühjahr 2015 gegründet hatte, fasst Lehrke mit den Worten zusammen: „Das läuft hervorragend.“
Ob Fahrradwerkstatt auf dem Gelände des ehemaligen Bundessortenamtes oder Patenschaften für Flüchtlingsfamilien: Die ehrenamtlichen Unterstützer aus örtlichen Verein und Verbänden bereiten ihre Aktionen in regelmäßigen Treffen vor. Auf Stadtebene sind Zusammenkünfte in zweimonatigem Abstand die Regel, um dort Termine abzustimmen und aktuelle Probleme zu besprechen. „Wir wollen keine Parallelstrukturen aufbauen“, beschreibt der Bürgermeister in diesem Zusammenhang die Zurückhaltung der Stadtverwaltung.
Die DRK-Kleiderkammer hat Sonder-Öffnungszeiten für jeden Ortsteil eingerichtet. Die Fahrradwerkstatt öffnet jeden Donnerstag zur Annahme und Ausgabe von Zweirädern, Dolmetscher für die arabische Sprache erleichtern die Kommunikation zwischen den Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Ihre Anzahl reicht allerdings längst noch nicht aus, weiß Thier aus aktuellem Anlass. Sie und das Netzwerk würden sich besonders über weitere Sprachhilfe für syrische und albanische Asylsuchende freuen. Auch wer sich mit dem Gedanken zur Übernahme von Familien-Patenschaften beschäftigt, kann sich Rat suchend an Laura Höfken in der Stadtverwaltung (Telefon 7 07 - 2 31) wenden.
Aktuell leben in Sehnde etwa 260 Asylbewerber. Inzwischen hat die Kommune mehrere Hotels zu deren Unterbringung angemietet. Bis zum Jahresende rechnet die Stadt mit etwa 350 Flüchtlingen – und danach „bis zu 20 Personen pro Woche“, wagt Carl Jürgen Lehrke eine vorsichtige Prognose.