Dr. Silke Lesemann von der SPD dreht das Ergebnis im Wahlkreis Sehnde-Laatzen-Pattensen

Es lohnte sich bei der Sehnder SPD-Wahlparty, nach dem Jubel über die Wahl von Dr. Silke Lesemann neben der Großleinwand auch über das Internet am aktuellen Geschehen zu bleiben, denn am Ende des Abends triumphierte um 23.08 Uhr Rot-Grün im Land. (Foto: Walter Klinger)

Weiter Mitglied des Landtages - Christoph Dreyer von der CDU verliert knapp

SEHNDE. Nicht ganz so spektakulär knapp wie im Lehrter Wahlkreis, dennoch ebenfalls nur "hauchdünn" fiel das Ergebnis der Landtagswahl im Wahlkreis Sehnde-Laatzen-Pattensen aus: Mit nur 519 Stimmen (0,6 Prozent) Vorsprung sicherte sich die bei der letzten Wahl noch über die Parteien-Liste in das Landesparlament eingezogene SPD-Abgeordnete Dr. Silke Lesemann nun auch das Direktmandat. Dessen bisheriger Inhaber Christoph Dreyer von der CDU, der seinen Landtagsmandat vor fünf Jahren mit einem ebenso knappen Vorsprung errungen hatte, scheidet aus der Landespolitik aus.
Den Stimmenvorsprung holte Lesemann besonders in ihrem Heimatort Sehnde, in dessen Ortsteil Bolzum sie auch Ortsbürgermeisterin ist. Lesemann und die SPD profitierten auch vom schlechten Abschneiden der Linken (3,1 Prozent) im Wahlkreis, die bei der vorherigen Landtagswahl noch mehr Stimmen von der SPD abgeknapst hatte.
Amtsinhaber Christoph Dreyer lag besonders in seinem Heimatort Laatzen voll im landesweiten Verlust-Trend der CDU. Die im gesamten Wahlkreis mit 33,4 Prozent jetzt hinter der SPD (37,5 Prozent) nur noch zweitstärkste Partei ist (wobei aber auch die von CDU-Wählern der auf 9,3 Prozent erstarkten FDP abgegebenen Zweitstimmen zu beachten sind). In Sehnde ist der Abstand zwischen SPD und CDU indes geringer: Nur 2,2 Prozent liegen hier die Christdemokraten zurück.
Gefasste Stimmung und der Wille zur Behauptung im Bundestagswahlkampf bestimmte so die Sehnder CDU-Wahlparty im Restaurant "Kretschmann's", blieb doch lange die Hoffnung auf den Erhalt der schwarz-gelben Landesregierung. Erst die letzten Minuten des Wahlabends zerstörten diese Hoffnung - und wurden mit dennoch trotzigem Einsatzwillen für die Berliner Wahl in acht Wochen belohnt.
Nach dem Jubel über die Direktwahl von Lesemann trübte der zunächst an Schwarz-Gelb gehende Vorsprung die Freude bei der Sehnder SPD-Wahlparty im Bistro "Mediterrran". Zum Schluss gab es hier aber den Erfolg im Doppelpack - Rot-Grün für Niedersachsen motiviert dabei auch zu Hoffnungen für die Bundestagswahl.
Großer Wahlgewinner im Wahlkreis waren mit 11,9 Prozent die Grünen. Für die es noch schöner kommt: Direktkandidatin Regina Asendorf (Laatzen) ist erste Nachrücker auf der Partei-Liste, wenn vor ihr stehende Abgeordnete von der neuen regierung in ein Wahl-Beamtenverhältnis berufen werden, etwa als Staatssekretäre. Dann wäre sie neben Dr. Lesemann von der SPD die zweite Landtagdabgeordnete aus dem hiesigen Wahlkreis.