Dieses Jahr schon der 3333. Besucher im Regional-Museum Sehnde!

Sonja Wenig aus Bemerode (re.), die mit Ihrer Tochter Marion ins Regional-Museum Sehnde kam, freute sich über die Ehrung durch den RMS-Vorsitzenden Erhard Niemann mit Blumen und Präsent als bereits 3333. Besucher/in in diesem Jahr. (Foto: RMS/Niemann)
 
Hermann Löns in seinen Schriften zeigt noch bis zum 19. Oktober die Sonderausstellung zum 150. Todestag des Journalisten, Natur- und Heimatschriftstellers Hermann Löns, die von Marlene Bruns (Mitte) aus Beständen der von ihr betreuten Patrientenbücherei des Klinikums Wahrendorff zusammengestellt wurde. (Foto: Walter Klinger)
Sehnde: Regional Museum Sehnde |

Auch die neue Sonderausstellung von Löns-Büchern trägt zum Publikumserfolg bei

SEHNDE/RETHMAR (r/kl). Das Team des Regional-Museums Sehnde (RMS) auf dem Gutshof Rethmar, Gutsstraße 16, hat zum dortigen Herbstmarkt wieder einmal eine neue Idee in die Tat umgesetzt. Da die Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr zum Herbstmarkt um gut 500 gestiegen sind, kam der Gedanke auf, den 3333. Besucher mit einem Blumenstrauß und einem Präsent zu überraschen.
Um 11.30 Uhr wurden an diesem Sonntag die Pforten geöffnet, und um 13.26 Uhr war es soweit: Sonja Wenig aus Bemerode kam mit Ihrer Tochter Marion ins Museum. Beide wurden mit Kuhglockengeläut begrüßt, und Frau Sonja Wenig nahm mit großer Freude einen Blumenstrauß und ein Präsent vom RMS-Vorsitzenden Erhard Niemann entgegen. „Ich freue mich jetzt schon im nächsten Jahr auf den 4444. Besucher“, nimmt sich Niemann vor.
Vielleicht aber ist es noch in diesem Jahr soweit: Der Museumsverein hat nämlich erneut in allen Bereichen Zuwächse zu verzeichnen und könnte 2014 durchaus mit etwa 4.500 Besuchern abschließen. Zu dem Publikumserfolg trug die Zahl von gleich drei Sonderausstellungen bei, die in diesem Jahr eröffnet werden konnten.
Am 1. Adventssonntag, 30. November, ist für 2014 Saisonende und bis Anfang März, zur Eröffnung der nächsten Sonderausstellung, Winterpause.
Zunächst einmal aber ist noch bis zum 19. Oktober, zum 100. Todestag von Hermann Löns eine umfangreiche Ausstellung historischer Bücher von und über den bekannten Journalisten und Heimatdichter im Regional-Museum Sehnde zu sehen.
Die wichtigsten Veröffentlichungen, darunter auch Erstausgaben, sind in dieser Ausstellung ebenso zu finden wie die ersten biografischen Schriften und Erinnerungen von Zeitgenossen, von Freunden und Familienmitgliedern. Zusammengetragen hat sie die Sozialpädagogin und gelernte Buchhändlerin Marlene Bruns, welche die Patientenbücherei des Klinikums Wahrendorff betreut, das traditionell viele Verbindungen zur Land- und Fortwirtschaft hatte und wo Löns-Schriften deshalb populär waren.
Aber er war nicht nur der Naturliebhaber und Naturschützer, sondern auch der Stadtmensch, der als Dandy in den Cafés parliert. Seine Freunde und Zeitgenossen beschreiben ihn nicht nur in dieser Hinsicht als einen in sich widersprüchlichen, zerrissenen Menschen. Ein Thema, das die Wahrendorff-Bibliothekarin, die an jedem Ausstellungs-Sonntag von 14.30 bis 17.30 Uhr persönlich im Regional-Museum anwesend ist, keineswegs verschweigt. Ebenso wie die Herrenmenschen-Allüren des Naturliebhabers schon vor der Zeit, als sie die Nazis zur politischen (Un-)"Wahrheit" zu erheben suchten.
Um Löns, der 1866 in Münster, Westfalen geboren wurde, bildete sich schon zu seinen Lebzeiten ein Mythos. Aufgewachsen in Westpreußen, beginnt seine Karriere in Hannover als Journalist des Hannoverschen Anzeigers, dem Vorläufer der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Als Fritz von der Leine glossiert er Tages- und Zeitthemen. Seine Erkundungen der niedersächsischen Landschaft und ihrer Orte sind in mehreren Büchern zusammen gefasst.
Als Dichter der Lüneburger Heide und Heimatschriftsteller ist er überregional bekannt geworden und hat die Heide als Natur in ihrer spezifischen Schönheit sichtbar gemacht.