Der O-Trakt der Kooperativen Gesamtschule Sehnde ist nach Kabelbrand in Rekordzeit saniert

In dem Klassenraum, in dem Anfang März 2015 das Feuer durch einen technischen Defekt ausgebrochen war, begann die Besichtigungstour durch den sanierten O-Trakt. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Sehnde: Kooperative Gesamtschule Sehnde |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand: Nach Investitionen von 3,5 Millionen Euro Provisorium für 14 Klassen beendet

SEHNDE (hdb). Den Abend des 45. März 2015 werden die Feuerwehr, die Chefetage des Rathauses, die etwa 1700 Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrerkollegium der Kooperativen Gesamtschule (KGS) so schnell nicht vergessen. Ein verheerendes Feuer zerstörte 26 Klassenzimmer und Fachunterrichtsräume. Nach nur knapp einjähriger Sanierung konnten jetzt die letzten Kinder in ihre angestammten Klassenzimmer zurückkehren.
Ausgebrochen war der zerstörerische Brand kurz vor 17.00 Uhr in der ersten Etage des sogenannten O-Traktes – dort, wo bis zu ihrer Abschaffung früher die Orientierungsstufe untergebracht war.
Entweder durch eine defekte Deckenlampe oder ein Stromkabel hinter der Deckenverkleidung war das Feuer ausgebrochen. Seine Flammen und das Löschwasser machten zunächst 26 Unterrichtsräume unbenutzbar.
Nach den Sommerferien 2015 waren noch 14 Schulklassen andernorts, zum Beispiel in der Grundschule Breite Straße und in der Astrid-Lindgren-Grundschule behelfsmäßig untergebracht. Diese und andere Provisorien gehören nun seit Anfang Februar der Vergangenheit an.
Bei einer Ortsbesichtigung, zu der die Verwaltung eingeladen hatte und der nur eine Handvoll Ratsmitglieder gefolgt waren, machte Bürgermeister Carl Jürgen noch einmal die Dimension der Herkulesaufgabe deutlich: „Fasst wäre uns ein Abriss und ein Neubau nicht erspart geblieben.“ Gleichzeitig lobte er alle an der Sanierung Beteiligten dafür, dass bei der Sanierung „alles so hervorragend geklappt“ habe.
Nur dadurch war die Sanierung von immerhin 25 Prozent der KGS-Raumkapazität - 14 Klassenzimmer in der ersten Etage, zwölf Fachräume darunter - in gerade einmal elf Monaten möglich.
Dafür zeigten sich auch die stellvertretende Schulleiterin Sandra Heidrich und Markus Dippel als Leiter des Gymnasialzweiges dankbar, die die Gastdelegation durch den O-Trakt führten. Lorbeeren verdient haben sich auch die städtischen Mitarbeiter Janis Wehrbein und Söhnke Rohrmann sowie die KGS-Hausmeister.
Die Gesamtsanierung belief sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Anteilig 2,1 Millionen Euro davon hat die Feuerversicherung ausgeglichen. Die Stadt nutzte die Chance, um ein verbessertes Brandschutzkonzept und ein neues Alarmsystem bei einem möglichen Amoklauf zu installieren. Moderner Schallschutz sorgt künftig für eine bessere Akustik, hellere Wände und hellgrünes Linoleum auf den Fluren für optische Glanzpunkte, Whiteboards an Stelle hergebrachter grüner Tafeln für modernes Unterrichtsmaterial.
Die KGS bleibt aber auch weiterhin eine Baustelle. Bei einem Blick aus dem Klassenraum der 5 Gd, in dem damals das Feuer ausgebrochen war, kann man schon erste Umrisse des neuen Lehrerzimmers und das Fundament für das Selbstlernzentrum erkennen.