Christoph Dreyer kandidiert für die CDU bei der Landtagswahl 2018

Will dort weitermachen, wo er vor fünf Jahren nach der Niederlage gegen die Sozialdemokratin Dr. Silke Lesemann aufgehört hat: Der einstige Abgeordnete und erneute CDU-Landtagskandidat Christoph Dreyer. (Foto: Dana Noll)
 
Es hat nicht gereicht: Ann-Katrin Lehrke (vorn, rechts am Tisch) und ihren Sehnder Parteifreunden stand die Enttäuschung über die Wahlniederlage ins Gesicht geschrieben, während sich Mitglieder des CDU-Ortsverbandes Laatzen bereits zur Stehenden Ovation für Christoph Dreyer erheben. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Für Ann-Katrin Lehrke aus Sehnde hat es (noch) nicht gereicht

SEHNDE/PATTENSEN/LAATZEN (dno). „Schade, aber es wird weitergemacht, auf alle Fälle“, so Ann-Katrin Lehrke sichtlich niedergeschlagen nach der Abstimmung auf der Wahlkreismitgliederversammlung am vergangenen Mittwochabend. 138 von 221 stimmberechtigten CDU-Mitglieder gaben ihr Votum für den Laatzener Christoph Dreyer, ihn als CDU Kandidat im Landtagswahlkreis Laatzen, Pattensen, Sehnde aufzustellen.
Dieses Ergebnis verkündete um 20.40 Uhr unter Jubelschreien der Versammlungsleiter und stellvertretende CDU-Kreisverbandsvorsitzender Bernward Schlossarek.
Für viele der im Pattenser Ratskeller versammelten CDU-Mitglieder war dies keine Überraschung. Dreyer war jahrelang politisch aktiv, sammelte Erfahrungen in Orts- wie Stadtrat und war bereits für den Wahlkreis 29 von 2008 bis 2013 im Niedersächsischen Landtag vertreten.
Bei der zurückliegenden Landtagswahl musste Dreyer seinen Sitz im Landtag an die Sozialdemokratin Dr. Silke Lesemann (Sehnde) abgeben. Der Wahlkreis Laatzen, Pattensen, Sehnde war der einzige in der Region, der nicht direkt an die CDU gegangen war. Knapp fünf Jahre später, fühlt er sich nun bereit, dort weiterzumachen, wo er aufgehört hat.
Mit seinem bestimmten Auftreten machte Dreyer klar, welche Herausforderungen in den nächsten Jahren bis 2023 vor ihm liegen: der Breitbandausbau, die Digitalisierung in Bildung, Schulen und Landwirtschaft, soziale Fragen zu Betreuungsstrukturen und Pflegeausbildung, die Unterrichtsversorgung sowie die innere Sicherheit. „Mit mehr Polizeibeamten ab 2018 wollen wir Niedersachsen wieder zu einem der sichersten Länder Deutschlands machen“, so Dreyer.
In seiner Rede zeigte er sich selbstbewusst, souverän, zielstrebig und kritisch. In Richtung Pattenser Union fragte er rhetorisch:“Was soll man davon halten, wenn ein Vorstand zu einer Mitgliederversammlung einlädt und sich nur einer der bereits nominierten Bewerber vorstellen darf? Wenn Kandidaten eingeladen werden, dann bitte alle."
Im Vorfeld gab es Unstimmigkeiten, da der CDU-Stadtverbandsvorstand Pattensen seinen Mitgliedern angeblich vorschlug, die Sehnderin Ann-Katrin Lehrke als Kandidatin für die Landtagswahl im Januar 2018 zu unterstützen.
Die Mehrheit der Unions-Mitglieder konnte die 30 Jahre junge Mitbewerberin (noch) nicht überzeugen. Dabei zeigte sich ihr Vater und Sehndes Bürgermeister Claus Jürgen Lehrke vor der Abstimmung noch optimistisch:“Wir sind gespannt, es kann alles passieren. Ich bin sehr stolz.“
In ihrer Rede stellte die Juristin gegen Dreyers „Kompetenz und Erfahrung“, ihre „Jugend und Präsenz“. „Nicht die Erfahrung und nicht die Vergangenheit zählen, sondern es zählt die Zukunft", so Lehrke, „Die Bürger interessieren sich nicht für Erfahrung, sondern sie wollen, dass ihre Interessen vertreten werden."
Mit 83 Stimmen unterlag sie dem „Urgestein“ Christoph Dreyer, der zeigte sich kollegial: „Wir arbeiten für die gleiche Firma. Es war ein fairer Wettstreit. Ich bin motiviert, den Wahlkreis für die Union zurück zu gewinnen!"