Bolzumer Landwirte müssen weiter Umwege in Kauf nehmen

Ein beschmiertes Schild weist darauf hin, dass die Brücke nur eine eingeschränkte Nutzung zulässt. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - CDU-Bundestagsabgeordneten sind wegen juristischem Streit Hände gebunden

SEHNDE/BOLZUM (hdb). Weiterhin Umwege in Kauf nehmen müssen einige Bolzumer Landwirte, wenn sie ihre Flächen östlich des Stichkanals bewirtschaften. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth konnte bei einem Ortstermin keine Hoffnungen wecken - ein juristischer Streit blockiert derzeit eine Verbesserung.
Der CDU-Ortsverband Bolzum hatte die Presse zu einem Ortstermin an der Brücke 382 über den Stichkanal nach Hildesheim geladen. Einer der betroffenen Landwirte Heinrich Liehe, wollte die CDU-Politikerin und erneute Kandidatin für die Bundestagswahl am 22. September für die Problematik der wegen Sanierungsbedarfs gesperrten Brücke sensibilisieren. Doch weder kamen eine Stunde lang Schiffe vorbei noch Maria Flachsbarth. Liehe hatte den vereinbarten Termin schlicht vergessen und führte die Politikerin stattdessen zu anderen neuralgischen Punkten in Bolzum.
Zum später anberaumten Grillfest des Ortsverbandes kamen dann auch Flachsbarth und Liehe und mit ihnen weitere 80 Gäste, wie Gabi Kaufmann von der örtlichen CDU bilanzierte. Sie berichtete außerdem, dass Flachsbarth derzeit nicht in das Verfahren um die Sanierung - und Wiederfreigabe - der vor drei Jahren für den motorisierten Verkehr Brücke eingreifen könne. Denn ein anderer Landwirt hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt auf Sanierung statt ersatzlosem Abriss verklagt und in erster Instanz auch Recht bekommen.
Doch die Behörde hat Widerspruch eingelegt – also bleibt vorläufig alles beim Alten. Flachsbarth versprach nach Kaufmanns Angaben, „die Angelegenheit im Auge zu behalten“. Eine Entscheidung dürfte noch geraume Zeit auf sich warten lassen. Denn weder existiert bereits ein Planfeststellungsbeschluss für die Verbreiterung des Stichkanals noch ein konkreter Zeitplan für den Ausbau des Hildesheimer Hafens – „der so tot ist wie der Friedhof von Chicago“, frozzelte Kaufmann über die wirtschaftlich fragwürdige Entwicklung.