Beim Motorradgottesdienst in Ahlten feiern auch Nicht-Biker gerne mit

Zum sechsten „MoGo“ - Motorradgottesdienst – in Ahlten hatten sich gut 200 Besucher mit und ohne Feuerstuhl eingefunden (rechts im Bild Pastor Henning Runne bei seiner Predigt). (Foto: Susanna Veenhuis)
Lehrte: Ev.-luth. Martinshaus Ahlten |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Mehr als 200 Biker beim "Thanks & Respect"-Treff der Martinskirchengemeinde

AHLTEN (sv). Schwarz war nicht nur der Talar von Pastor Henning Runne; bei diesem ganz speziellen Gottesdienst dominierte diese Farbe auch in der Kleidung der Besucher, die bisweilen einen etwas rauen Eindruck machten – so ist das nun mal bei einem Motorradgottesdienst.
Die Ahltener Martinsgemeinde und die Ahltener Biker hatten schon zum sechsten Mal zum Bikertreffen mit Ausfahrt und Gottesdienst unter freiem Himmel eingeladen – und über 200 Besucher, darunter nicht nur Motorradfahrer – nahmen teil.
Motorradfahrer aus Hannover, Peine, Celle und Braunschweig waren bei bestem Biker-Wetter mit ihren Maschinen nach Ahlten gekommen, um gemeinsam zu grillen und eine rund anderthalbstündige Ausfahrt durch alle Lehrter Ortsteile und die Kernstadt zu unternehmen.
Anschließend konnten sie sich für den Gottesdienst unter dem Thema „Thanks and Respect“ - Dank und Respekt - bei Kaffee und Kuchen stärken, die der Ortsverband Ahlten des Deutschen Roten Kreuzes für die Gäste bereit hielt.
Doch nicht nur, wer einen heißen Ofen unter dem Hintern hatte, fand sich auf dem Hof am Martinshaus zu dem Open Air-Gottesdienst mit flotten internationalen Songs von den „Martinis“ ein. „Wir gehen immer hierher, es ist so schön gemütlich, und man lernt viele Leute von außerhalb kennen“, sagte Ex-Ortsratsmitglied Bernd Kook. „145 Motorräder habe ich gezählt“, erklärte Mathilde Kost, die 18 Jahre lang dem Kirchenvorstand angehört hatte. Sie fühlte sich zwischen den Bikern ebenso wohl wie Ursel Braukmann, die sagte: „Dass man hier in Ahlten so etwas auf die Beine stellt und dass unser Pastor immer mitfährt, finde ich gut!“
„Gut angekommen!“ Das war das Thema von Pastor Runnes Ansprache, wobei er den Bogen vom glücklichen Abschluss einer gelungenen Motorradausfahrt bis hin zu Menschen auf der Flucht spannte, die nach schrecklichen Kriegs- und Fluchterlebnissen Schutz, Hilfe und Geborgenheit brauchten. Im Anschluss gedachten die Biker ihrer verletzten oder verstorbenen Freunde, indem sie für jeden eine Kerze anzündeten.
Zwar kein Zweirad unter dem Podex, aber die weiteste Anreise hatten Wassili Kozlow und seine Frau Marina. Für die 2.000 Kilometer lange Strecke aus Mogilev in Weißrussland nahmen sie lieber den Bus. Der heute 29jährige Fensterbauer war als sechsjähriges Tschernobyl-Kind zum ersten Mal nach Ahlten gekommen und hatte zu seiner Gastfamilie, Uschi und Walter Köhler, stets Kontakt gehalten.
Vor zwei Jahren waren Walter Köhler und dessen Lebensgefährtin Edelgard Kratky zur Hochzeit des jungen Paares nach Minsk gefahren. Der Motorradgottesdienst war einer der Höhepunkte und gleichzeitig der Abschluss eines 14-tägigen Besuchs des weißrussischen Paares bei den Gasteltern in Deutschland.