Beim Jubiläum des Blasorchesters in Sehnde sitzt das Publikum auf Bierdeckeln

Unter seinem Dirigenten Miroslav Michnev zeigte sich das TVE-Blasorchester beim Jubiläumskonzert bestens aufgelegt. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - TVE-Musiker feiern vor ausverkauftem Haus ihre Gründung vor 20 Jahren

SEHNDE (hdb). Zu seinem 20. Geburtstag hat sich das TVE-Blasorchester selbst das schönste Geschenk gemacht: Haupt- und Jugendorchester haben gleich zweimal vor vollem Haus beim Sehnder Neujahrskonzert ihre hohe Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt – und das Publikum mit nostalgischem Rückblick begeistert. Die Zuschauer durften bei der Programmgestaltung sogar mitbestimmen.
Das Blasorchester ist aus dem 1959 gegründeten Jugendspielmannszug hervorgegangen. Alles begann mit einer Blockflötengruppe, wie Mitbegründer und Moderator Christian Sander in seiner Rückschau erinnerte.
Damals schon dabei und jetzt immer noch als Klarinettistin mittendrin: Verena Kaufmann, die mittlerweile Musik studiert und künftig für die Leitung des 2006 gebildeten Jugendorchesters - als Nachfolgerin von Uwe Keuneke - verantwortlich zeichnen wird.
Kaufmann sei damit ein herausragendes Beispiel für die gute und kontinuierliche Nachwuchspflege im Verein und zählt zur „jungen Generation der Leistungsträger“, wie Sander lobte. Er führte gemeinsam mit Nina Graumüller durch das mehr als zweistündige Programm, das geprägt war von Werken aus dem Repertoire der vergangenen Jahre.
Eine ausgefallene Idee fand bei den jeweils rund 320 Zuschauern ein besonderes Interesse: Zum Auftakt des zweiten Teils nach der Pause standen zwei Alternativen zur Verfügung. Mittels auf den Sitzplätzen deponierten Bierdeckeln konnte das Publikum abstimmen – und entschied sich für Klassiker wie „In 80 Tagen um die Welt“ und „Der König der Löwen“.
Von Holger Kaufmann erfuhren die Zuhörer, dass das TVE-Blasorchester am 01. April 1996 gegründet wurde und das „Wagnis“ eines Neujahrskonzertes erstmals im Jahr 2000 einging. Dass sich der Mut gelohnt hat, macht der doppelte Auftritt an einem Wochenende seit 2004 deutlich. Das nächste Jubiläum ist auch bereits absehbar. Denn Dirigent Miroslav Michnev steht seit September 1997 am Pult – im nächsten Jahr also seit dann 20 Jahren.
Michnev hat die etwa 40 Musikerinnen und Musiker des Hauptorchesters zu einem homogenen und stilsicheren Klangkörper entwickelt. Das stellte das Ensemble vom Kyffhäuser Turnermarsch über Erinnerungen an den Walzerkönig Johann Strauß bis zum Finale mit „Thank you for the music“ eindrucksvoll unter Beweis. Solistisch verdienten sich Henrike Kaufmann (Querflöte) Carina Wieners (Tenorsaxophon) und Tim Kuhlmann (Posaune) Sonderbeifall.
Gar Ovationen heimsten Patrick Müller und Michael Niemeyer für ihr Schlagzeug-„Battle“ ein. Die einzig störende „Begleitmusik“ lieferte ein Hobbyfotograf, der beständig vor der Bühne, auf dem Proszenium und sogar zwischen den spielenden Musikern herumlief.
Problematisch auch das (über)voll besetzte Forum der KGS: Der offizielle Sitzplan weist 253 Plätze aus. Verkauft wurden nach Angaben des Veranstalters aber 320 Karten (und weitere lose Stühle hineingestellt).