Barockensemble spielt in Ilten

Seit 1997 ist das Barockensemble Ilten unter der Leitung seines Gründers Dr. Martin Schick (3.v.l.) zu einem weithin bekannten und geschätzten Klangkörper gewachsen. (Foto: Fotografie Volker Neumann, Lehrte)
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Damalige Komponistinnen (!) im Blickpunkt

ILTEN (r/kl). Zweimal im Jahr, im Frühsommer und im späten Herbst, stellt das Barockensemble Ilten sein frisch erarbeitetes Repertoire der Öffentlichkeit vor. Am Sonntag, 20. November ist es wieder soweit: Ab 18.00 Uhr werden in der Iltener Barockkirche Werke J.S. Bach und fünf Barock-Komponistinnen aufgeführt.
Der letzte Sonntag des Kirchenjahres, an dem traditionell das Herbstkonzert des Barockensembles stattfindet, ist für die evangelischen Christen als Ewigkeitssonntag oder Totensonntag ein Gedenktag für die Verstorbenen des vergangenen Jahres.
Dem Anlass entsprechend hat Orchestergründer und Dirigent Dr. Martin Schick den „Actus tragicus“ von Johann Sebastian Bach ausgewählt. Die Trauerkantate, ein frühes Werk des Leizpiger Thomaskantors, verbindet Bibelworte mit Kirchenliedern von Martin Luther.
Heute weitgehend unbekannt ist, dass auch schon in der Barockzeit Frauen als Komponisten anerkannt waren. Mit vier Stücken aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zeigt das Barockensemble, welche inspirierende Musik damals „von Frauenhand“ komponiert wurde.
Von Anna Amalia von Sachsen-Weimar wird ein Cembalo-Konzert aufgeführt, aus dem Schaffen der Österreicherin Anna Martina von Martinez erklingt eine Sinfonie für kleines Orchester. Zwei Venezianerinnen runden den Konzertabend ab: Von Maddalena Laura Lombardini Sirmen, eine gefeierte Geigenspielerin, ist ein Violinkonzert zu hören, und die Aria „Astra Coeli“ ist eine Komposition von Anna Bon di Venezia.
Alle Soloparts werden von Mitgliedern des Barockensembles übernommen: Als Gesangssolisten treten Burkhard Hiemsch (Bach-Kantate) und Carla Hiemsch (Astra coeli) auf, am Cembalo spielt Gutta Freystein, und den Violine-Solopart übernimmt Andreas Keudel. Das Konzert wird etwas länger als eine Stunde dauern, eine Pause ist nicht vorgesehen. Der Eintritt ist frei, am Ausgang werden die Besucher um eine Spende gebeten.