Bahnhofkümmerer sorgt für Sauberkeit und Informationen

Die Arbeit des neuen Bahnhofskümmerers Herbert Friedenberger beschränkt sich nicht nur auf das Einsammeln von Abfall auf dem Bahnhofsgelände. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Im dritten Jahr des Projektes hat Herbert Friedenberger Amt übernommen

SEHNDE (hdb).Viel Glück hat Herbert Friedenberger nach eigener Ansicht in seinem bisherigen Berufsleben noch nicht gehabt. Doch jetzt hat er sich „gefreut, als wäre Weihnachten“: Der 50-Jährige hat nach längerer Arbeitslosigkeit den Job eines Bahnhofskümmerers angetreten.
Mehr als 60 Bewerbungen und Vorstellungsgespräche hat der gelernte Vulkaniseur nach eigenen Angaben absolviert. „Immer war ich nur die Nummer zwei“, beschreibt er seine Pechsträhne – die nun aber beendet ist. Aber auch diesen erfreulichen Umstand verdankt der Burgdorfer eher dem Zufall. Denn der Nachfolger des ersten Sehnder Bahnhofskümmerers, Rüdiger Felgner, der nach zwei Jahren beim städtischen Baubetriebshof eine Festanstellung fand, hielt nur eineinhalb Monate durch. So kam Friedenberger als damals Zweiter der Stellenausschreibung jetzt doch noch zum Zuge.
Allerdings: Die Vollzeitstelle ist zunächst bis zum Jahresende befristet. Fachbereichsleiter Godehard Kraft geht jedoch davon aus, dass die Region Hannover das vor drei Jahren aus der Taufe gehobene Projekt verlängert. Dann werde - vorbehaltlich eines notwendigen Ratsbeschlusses, wie Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke einschränkte – auch Friedenbergers Vertrag verlängert, „wenn er weiterhin so gewissenhaft arbeitet wie bisher“, lobte Kraft dessen Einsatz. Die Finanzierung teilen sich Kommune und die Region je zur Hälfte.
Der beginnt an fünf Tagen in der Woche morgens gegen acht Uhr, jedenfalls in den dunklen Wintermonaten. Denn der Bahnhofskümmerer ist durch eine als Kind bei einem Unfall erlittene Augenverletzung gehandicapt. „Ich bin sehr froh, dass die Stadt damit so gut umgeht“, zeigte sich der Sehbehinderte dankbar, dass er sich nicht zu früh morgens auf den Weg zur Arbeit machen muss. Sein Arbeitsplatz ist ebenfalls flexibel. Das unmittelbare Bahnhofsumfeld gehört ebenso dazu wie die zentrale Bushaltestelle nahe der Kooperativen Gesamtschule. Abstecher macht der ehemalige technische Zeichner und Garten- und Landschaftsbauer auch zu anderen Bushaltestellen an der Bundesstraße 6 und zur Scaterbahn. Oft meldet er auch Störungen zum Beispiel des Aufzuges am Bahnsteig oder gibt älteren Reisenden Tipps bei der Bedienung des Fahrscheinautomaten.
Mit seiner Arbeit schließt Friedenberger beinahe nahtlos an die Tätigkeit seiner Vorvorgängers Felgner an. „Wir verzeichnen dadurch einen deutlichen Rückgang von Schmierereien und Vandalismus“, wertete der neu installierte Baubetriebshofleiter Steffen Bartelt die Einsätze der Bahnhofskümmerer als durchschlagenden Erfolg.