Aktion in Sehnde macht deutlich: Gewalt gegen Frauen ist alltäglich . . .

Ein Baum mit mehreren Zetteln rückt die Thematik „Gewalt gegen Frauen“ in den Blickpunkt. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Präventionsrat lenkt Aufmerksamkeit auf dieses Thema

SEHNDE (hdb). Diese Telefonnummer ist äußerst wichtig: (08000) 11 60 16. Denn das bundesweit rund um die Uhr geschaltete Telefon hilft bei häuslicher Gewalt gegen Frauen. Und die Zahlen steigen teilweise besorgniserregend. Darauf hat am „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ der zuständige Arbeitskreis des Präventionsrates aufmerksam gemacht.
Mitten auf dem Sehnder Marktplatz sind Info-Tische aufgebaut, nebenan steht ein Bassin mit Wasser, dazu einige vielfarbige Gläser. „Hoffnung schöpfen“ lautet das Motto. Und wer von den vorbeieilenden Passanten dieses wörtlich nimmt, kann symbolisch Wasser schöpfen und damit die Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass sich die Situation von Frauen bessert.
Denn die ist nach wie vor erschreckend. Gerade erst hat ein mörderischer Vorfall in Hameln bundesweite Aufmerksamkeit erregt Aber auch in Sehnde sind die bei der Polizei eingegangenen Anzeigen alarmierend gestiegen. Dabei ist die Dunkelziffer noch immer sehr hoch, wie Kommissarin Susanne Horn von der Sehnder Polizei zu berichten wusste.
Gemeinsam mit der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Sarah Peters und Brigitte Mende von der AWO-Beratungsstelle mit Sitz in Lehrte informierte die Polizistin über die aktuelle Entwicklung. Alle drei wiesen aber auch darauf hin, dass sich mittlerweile immer mehr Betroffene trauen, Anzeige zu erstatten oder sich beratende Hilfe zu holen.
An einem Baum neben dem Info-Stand baumelten mehrere Zettel, die Hinweise auf die Aufklärungsaktion lieferten: „“Schweigen brechen“, „Zuhören“, „Mut machen“ und ähnliche Appelle hatten als Hintergrund, dass - statistisch nachgewiesen - 25 Prozent aller Frauen Gewalt in ihrer Partnerschaft erlebt haben.