900 Jahre Kirchengemeinde Haimar

Udo Sagebiel (links) berichtete bei der Turmbesteigung den Teilnehmer/innen auch so manche Anekdote. (Foto: Dana Noll)
Sehnde: St. Ulrich-Kirche Haimar |

Ein Beitrag von Dana Noll - Festgottesdienst und Feier rund um die St. Ulrich Kirche

HAIMAR (dno). „Die Kirche ist auf eine Anhöhe gesetzt, man sieht sie schon von weitem. Sie ist Mittelpunkt des Dorfes, auch heute noch. Der Ort identifiziert sich mit ihr. Wir haben eine starke Junggesellschaft und Schützenjugend, die hier verwurzelt ist“, so Anne Gutsche, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenkreises. Und das war am vergangenen Wochenende bei den Feierlichkeiten auch zu spüren.
Zum Jubiläum „900 Jahre Kirchengemeinde Haimar“ rund um die St. Ulrich Kirche war fast der ganze Ort angetreten. Die Landessuperintendentin Petra Bahr war begeistert und wagte einen Blick „zurück“ aber vor allem in die Zukunft: „900 Jahre sind ein langes Stück Vergangenheit und eine lange Geschichte der Christen in dieser Region. Aber man spürt auch die Energie der Zukunft, es ist viel passiert und es wird noch viel passieren. Veränderungen lassen sich auch gestalten!“
Pastorin Damaris Frehrking ergänzte, „Hier spürt man die Kirchenverbundenheit. Es wird viel getan, das Dorf lebendig zu halten.“
Vor genau 900 Jahren, am 11. Mai 1117, fand die Kirchengemeinde Haimar eine urkundliche Erwähnung. Die St. Ulrich Kirche wurde 1788 fertiggestellt. Das rechteckige, auf einem Sandsteinsockel errichtete Kirchenschiff wird durch je sechs geschlossene Fenster an der Nord- und Südseite erleuchtet. Der dreistöckige gedrungene Westturm mit einem charakteristischen viereckigen Helm diente früher Reisenden und Fuhrleuten als wichtiger Orientierungspunkt.
Im Turm hängen zwei Glocken. Die ältere Glocke wurde im Jahr 1621 gegossen. Die neuere Glocke ist ein Geschenk der Kirchengemeinde von Oesselse aus dem Jahre 1973.
„Der Glockenturm ist freistehend, so gibt es keine Probleme mit beispielsweise Rissen in den Außenwänden wie derzeit in anderen Kirchen der Region“, erklärte Udo Sagebiel. Bei der Turmbesteigung hatte er die ein oder andere Anekdote für seine wissbegierigen Gäste parat.
So klettert er seit vielen Jahren jeden Freitag hinauf zur Turmuhr, um dieselbige aufzuziehen. Das verlangt ordentlich Muskelkraft, denn der linke Zeiger mit 75 Kilogramm muss ganze 87 mal bewegt werden, der rechte nur 28 mal, dafür wiegt dieser stolze 150 Kilogramm. „Schon meine Vater hatte diese Aufgabe“, erzählte Sagebiel.
Neben Anekdoten und Geschichten gab es rund um die St. Ulrich Kirche vieles zu entdecken. So prangt der Luther-Nagel mit der Inschrift „Ohne Luther gibt es keine Schlagermusik und keine Weihnachtslieder“ auf dem Kirchengelände. „Wir haben uns für diesen Spruch entschieden, weil unsere Kirche nach ihrer Umgestaltung auch für Konzerte oder Darbietungen genutzt werden soll“ berichtet Anne Gutsche.
Highlight für Jung und Alt war das phantastische „Murmiland“. Ortwin Grüttner brachte einige seiner mobilen Murmelburgen- und bahnen mit, die an Kreativität und Handwerkskunst kaum zu übertreffen sind.