150 Feuerwehrleute bekämpfen Großbrand in der KGS Sehnde

Fast 150 Feuerwehrleute bekämpften den Brand in dem Klassenraum im ersten Obergeschoss der KGS, wo durch Glutnester in der Zwischendecke noch ein zweiter Klassenraum ausbrannte. Durch Flammen, Rauch und Löschwasser ist der gesamte Trakt in Mitleidenschaft gezogen. (Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde)
 
Die Rauchsäule über der Schule war noch in den Nachbarstädten zu sehen. (Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde)
Sehnde: Kooperative Gesamtschule Sehnde |

Zwei Klassenräume ausgebrannt - Kein Unterricht bis einschließlich Dienstag, 10. März 2015

SEHNDE (r/kl). Ein Schadensfeuer nach Schulschluss hat am Donnerstag zwei Klassenräume im ersten Obergeschoss der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde am Papenholz zerstört, aber den gesamten Gebäudetrakt der einstigen Orientierungsstufe mit 40 Klassenräumen, darunter im Erdgeschoss auch Fachräume für Chemie, Physik, Kunst und Werken, in Mitleidenschaft gezogen.
Der Schaden dürfte mehrere hunderttausend Euro erreichen. Am Freitag fiel der Unterricht für alle 1.700 Schüler/innen aus. Eine Notfallbetreuung für Schüler/innen in der KGS-Mensa war eingerichtet. Der für Samstag geplante Theater- und Musikabend "Coco Chanel" im KGS-Forum fällt aus. Gegen Rückgabe der Karten gibt es das Eintrittsgeld zurück.
Für die nächsten Tage gelten folgende Regelungen: Der Unterricht aller Jahrgänge außer dem Abiturjahrgang Q2 entfällt bis einschließlich Dienstag, 10. März. Der Unterricht und die Klausuren der Q2 finden wie geplant im E- und F-Trakt statt.
Die Abgabe der restlichen Facharbeiten des Jahrgangs Q1 erfolgt per E-Mail oder persönlich über den Eingang Waldstraße im Raum V.63 bis 12.00 Uhr des jeweiligen Tages.
Eine Notfallbetreuung für Schüler/innen aller anderen Jahrgänge ist an beiden Tagen im Mensagebäude von 08.00 bis 13.00 Uhr gewährleistet.
Alle anderen Gebäudeteile bleiben bis einschließlich Dienstag gesperrt und werden möglicherweise auch erst nach einer Schadstoffuntersuchung eines Sachverständigen freigegeben werden. Am Dienstag wird die Schulleitung (auch auf der KGS-Homepage) über das weitere Vorgehen informieren.
Alle anderen in der Schule am Montag oder Dienstag geplanten Veranstaltungen werden abgesagt bzw. verschoben. "Neue Termine teilen wir in Kürze mit. Die Mensa bleibt an beiden Tagen geschlossen", informiert KGS-Direktor Carsten Milde.
Zwei Putzfrauen erlitten in dem Trakt eine Rauchvergiftung, konnten sich aber ins Freie retten. Gegen 16.53 Uhr wurde der Regionsleitstelle Hannover über Notruf vom Hausmeister und mehreren Passanten eine Rauchentwicklung aus der Schule gemeldet. Zeitgleich schlug die Brandmeldeanlage der KGS an. Die schwarze Rauchsäule über der Schule wuchs und war bis in die Nachbarstädte zu erkennen.
Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte, darunter als Zugführer auch Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, hatte sich der Brand bereits über die Aussenfassade ausgebreitet. Flammen und Brandrauch schlugen aus dem Dach und angrenzenden Räumen nach aussen. Massiver schwarzer Rauch drang aus dem ganzen Gebäude. Durch das zeitgleiche Eingreifen mit mehreren Rohren konnte das Feuer eingedämmt und eine Ausbreitung auf die unterliegenden Physik- und Chemieräume verhindert werden. Parallel wurden die Alarmstufe auf seltene Stufe 3 erhöht.
Zusätzlich wurde die Ortsfeuerwehr Lehrte mit einer zweiten Drehleiter nachalarmiert. Umgehend drangen mehrere Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung in das Gebäude vor. Zudem kontrollierten weitere Einsatzkräfte weitere Teile der Schule.
Von den beiden Drehleitern wurden mit veinem Außen-Löschangriff die unter Atemschutz vorgehenden Trupps im Gebäude unterstützt.
Der Brand in den Räumen konnte innerhalb einer Stunde eingedämmt werden. Durch zwei Wärmebildkameras wurden etliche Glutnester in der Zwischendecke ausfindig gemacht. Mit speziellen Rettungssägen musste die Dachkonstruktion sowie die Zwischendecke mühevoll geöffnet werden.
Immer wieder entzündeten sich die Glutnester, wobei auch der zweite Klassenraum vollends in Brand geriet. Die Berufsfeuerwehr Hannover wurde zum Einsatz gerufen, um mit Plasmaschneidern Dach und Decke schneller öffnen zu können. Die beiden verletzten Frauen wurden durch einen Notarzt vor Ort behandelt.
Die betroffenen Gebäudeteile sind nach Einschätzung der Feuerwehr nicht mehr nutzbar. Nach ersten Schätzungen entstand erheblicher Sachschaden. Zum genauen Brandhergang hat der Zentrale Kriminaldienst der Polizeidirektion Hannover Ermittlungen aufgenommen. Bereits in den zurückliegenden Monaten war es in der KGS immer wieder auch zu Einbrüchen und Fällen von zum Teil erheblichem Vandalismus gekommen.
Die Feuerwehren aus Sehnde und Ortsteilen, Hannover und Lehrte sowie der Rettungsdienst waren mit insgesamt 155 Einsatzkräften und 35 Fahrzeugen vor Ort.