TSV Burgdorf A-Junioren treten das Meisterschaftsendspiel nicht an

Illustrierten ihre Sicht der Dinge beim Meisterschaftsendspiel mit einem Zitat des Schriftstellers Isaac Asimov ("Gewalt ist die letzte Zuflucht der Unfähigen"). Zugleich wünschten die A-Junioren-Spieler der TSV Burgdorf ihrem bei dem Gerangel verletzten Mannschaftskameraden gute Besserung. Vom Spielgegner SV 06 Lehrte werden hingegen ein Burgdorfer Spieler und TSV-Fans für die Gewalteskalation verantwortlich gemacht. (Foto: TSV Burgdorf Fußball)

Spielabbruch nach Schlägerei - SV 06 kritisiert alkoholisierte TSV-Fans

LEHRTE/BURGDORF (r/kl). Vor zwei Wochen war das Spiel der Lehrter gegen den Verfolger von der TSV Burgdorf in der 86. Minute nach einem 0:1-Rückstand abgebrochen worden, nachdem - so schildern es die Fußballverantwortlichen der TSV Burgdorf - zwei Spieler des TSV Burgdorf von einem Lehrter Spieler niedergeschlagen wurden und mehrere Zuschauer, Spieler und Betreuer auf das Feld liefen.
"Einer der Spieler musste sich bereits mehrerer Operationen aufgrund eines Nasenbeinbruchs und eines Sehnenrisses im Handgelenk unterziehen. Der Lehrter Spieler hat zwei privatrechtliche Anzeigen bekommen!", teilt dazu die TSV Burgdorf mit.
Das Sportgericht des Niedersächsischen Fußballerbandes (NFV) hatte die Partie neu angesetzt. Am vergangenen Mittwochabend sollte die Neuauflage des Meisterschaftsendspiels stattfinden. Doch die Burgdorfer sind nicht angetreten und haben Widerspruch gegen das Urteil eingelegt.
"Sollten wir in zweiter Instanz nicht Recht bekommen, spielen wir lieber weiter in der 1. Kreisklasse, als nochmal gegen Lehrte“, sagt Burgdorfs Coach. Dieser Beschluss sei vom Verein und auch der Mannschaft unterstützt worden. "Die Gesundheit unserer Spieler ist uns wichtiger, als der uns nun aberkannte sportliche Erfolg", betonen die Verantwortlichen der TSV in einer Pressemitteilung.
Diese wird von Vorstand und Jugendleitung des SV 06 wie folgt kommentiert: "Unerwähnt von der TSV Burgdorf blieb, dass disziplinlose und unsportliche Verhalten vieler Burgdorfer Zuschauer. Schon während des laufenden Spiels war eine größere Gruppe Burgdorfer Anhänger, die zudem alkoholisiert waren, durch ständiges Beleidigen von Lehrter Spielern aufgefallen und hatte so für ein Aufheizen der Stimmung gesorgt. Bei einigen Foulspielen betraten diese Zuschauer auch das Spielfeld und zündeten Pyrotechnik.
Trotz der Hinweise von Verantwortlichen des SV 06 Lehrte, wollten weder der Trainer noch der Betreuer vom TSV Burgdorf ihre Anhänger beruhigen und taten das mit den Worten ab: ,Damit haben wir nichts zu tun'. Ein Ordner des SV 06 musste sich bei einem entsprechenden Hinweis von der Burgdorfer Gruppe beleidigen lassen.
Nach unabhängigen Zeugenaussagen war es dann auch ein Burgdorfer Spieler, der einen Lehrter Spieler im Mittelkreis körperlich angriff, ohne dass der Schiedsrichter dies erkennen konnte.
Als sich dann der Spieler wehrte, liefen die Burgdorfer Anhänger und anschließend auch die Lehrter Anhänger auf das Spielfeld und sorgten damit für den Abbruch des Spiels. Selbst ein verantwortliches Vorstandsmitglied der TSV Burgdorf griff in dieser Situation nicht ein.
Das Sportgericht verhängte gegen beide Vereine eine Strafe und setzte ein Wiederholungsspiel an, da die Schuldfrage nicht eindeutig geklärt werden konnte.
Nachfolgend noch ein Auszug aus der Urteilsbegründung: ,. . . Da die Burgdorfer Zuschauer zusätzlich noch die für alle Beteiligten gefährliche Pyrotechnik eingesetzt hatten, war hier gegen den TSV Burgdorf eine etwas höhere Geldstrafe zu verhängen. Das Kreissportgericht hält eine Gesamtgeldstrafe in Höhe von 150,00 Euro für schuldangemessen'.
Gern hätten wir auf sportlicher Ebene für die Entscheidung gesorgt, wundern uns aber über die Verzerrung des Sachverhaltes seitens der TSV Burgdorf", widersprechen Vorstand und Jugendleitung des SV 06 Lehrte entschieden der Darstellung ihrer Burgdorfer Kollegen.