Sattel weggebrochen - Justus Nieschlag spurtete im Stehen!

Feuerten bei den deutschen World-Triathlon-Series-Wettbewerben vor allem ihren Vereinskameraden an: Die dafür eigens nach Hamburg gereiste Triathlon-Fangruppe des Lehrter SV. (Foto: LSV Triathlon)

Lehrter LSV-Triathlet hält sich tapfer in der Welt-Elite

LEHRTE (r/kl). Die Triathlon Elite ging jetzt im Rahmen der World-Triathlon-Series (WTS) in Hamburg an den Start, darunter auch Justus Nieschlag vom Lehrter Sport-Verein (LSV, Bundesbahn).
Bestandteil der WTS sind acht über die ganze Welt verteilte Wettkämpfe. Hamburg bildete nach Auckland (NZL), Kapstadt (ZAF), Yokohama (JPN), London (GBR) und Chicago (USA) die sechste Station der Serie 2014. Ausstehend sind noch die Wettkämpfe in Stockholm (SWE) am 23./24. August und das große Finale in Edmonton (CAN) vom 26. August bis zum 1. September. Dort werden dann die Weltmeister gekürt. Bei den Damen führt Gwen Jorgensen aus den USA derzeit das Feld an, bei den Herren ist es der Spanier Javier Gomez.
Um den Lehrter Justus Nieschlag kräftig bei seinem 3. Start innerhalb der WTS zu unterstützen, machte sich eine rund 25 Mann starke Fangemeinde auf den Weg nach Hamburg. Knapp die Hälfte entschied sich über das Niedersachsenticket mit dem Zug anzureisen, was trotz zweimaligem Umsteigen prima gelang.
Den Start bildeten die Damen. Das anschließende Rennen der Herren wurde zeitgleich im Fernsehen übertragen. Bei guter Wassertemperatur konnte auf den Neoprenanzug verzichtet. 65 Athleten sprangen pünktlich mit dem Startschuss in die Binnenalster. Unter ihnen die Deutschen Steffen Justus, Franz Löschke, Justus Nieschlag, Maximilian Schwetz und Gregor Buchholz.
Auch die Herren hatten die gleichen Distanzen wie zuvor die Damen zu absolvieren. Justus Nieschlag fand gut in das Rennen und kam planmäßig aus dem Wasser. Durch einen schnellen Wechsel erreichte er die erste Radgruppe. Der kurvenreiche Kurs durch die Hamburger Innenstadt verlangte den Athleten alles ab, aber Nieschlag konnte gut mithalten und war immer wieder in der Spitzengruppe auszumachen. Dann ereilte ihn leider das Pech, dass die Schraube seines Sattels in der 3. Radrunde brach. Nieschlag war fortan ohne Sattel unterwegs und absolvierte knapp die Hälfte der Radstrecke im Stehen!
Das kostete ihn sehr viel Kraft, aber trotzdem verdient er absolute Bewunderung, solch ein hartes Rennen unter diesen Bedingungen fortzuführen! Und man beachte, dass er trotz dieses Malheurs die zweitbeste Radzeit erzielt hat. Beim abschließenden Lauf verlor er leider etwas den Anschluss und kam mit in einer Zeit von 53:32 min als 41. ins Ziel.
Sein Kommentar zum Verlauf des Rennens: „Bei diesem Stadtkurs mit vielen Kurven und den daraus resultierenden Antritten, setzt man sich doch eh kaum auf den Sattel. Außerdem war das Rad gleich viel leichter!“ Schön, dass ihm nach dieser Strapaze der Humor nicht abhanden gekommen ist!