Immer wenn der Fanbus mitfährt, können die Zweitliga-Volleyballer nicht punkten . . .

Auf die kraftvollen Vorstöße ihres Außenangreifers Alexander Brem (Nr. 15) müssen die Sportfreunde Aligse leider vorerst verzichten (Foto: SFA/Matthias Frenzel)
 
Auf Fantour nach Berlin - optimistisch zeigten sich die treuen Aligser Fans vor der Begegnung gegen den VCO Berlin. (Foto: SFA/Michael Floerke)
Lehrte: Sporthalle Schlesische Straße |

. . . aber die SFA sind auf ihre "Rote Wand" stolz - VW setzt Publikumspreis aus

LEHRTE (r/kl). 3, 2 und 0 Punkte, so lautet die Punktausbeute der Sportfreunde Aligse aus den vergangenen drei Spielen in der 2. Bundesliga Nord.
Zunächst wurden mit einem furiosen 3:1-Heimspielsieg im Niedersachsenderby den Giesen Grizzlys die "Krallen gestutzt" - so hatte es Führungsspieler Steffen Ahlborn vor dem letzten Heimspiel als Motto ausgegeben - und damit die Position als stärkstes niedersächsischer Vertreter in der Liga untermauert.
In der restlos ausverkauften Halle "steppte der Bär", dies aber nicht in Gestalt des Giesener Maskottchens im grünen Pelzkostüm, sondern das enthusiastische Aligser Heimpublikum machte die Halle wieder einmal zu dem von allen Gegnern gefürchteten Hexenkessel.
Die SFA-Mannen nahmen diese Stimmung gerne auf und waren - nach verhaltenen Start im ersten Satz - ihren Gästen vor allem in puncto mannschaftlicher Geschlossenheit und Siegeswillen eindeutig überlegen. Der klare und verdiente 3:1-Erfolg war die logische Folge.
Verständnisloses Kopfschütteln bei SFA- (und anwesenden Verbands-)Verantwortlichen herrrschte übrigens an diesem Abend über das Ansinnen etlicher Gästefans, die sich dreist Freigetränke erschleichen wollten, die das Heimteam seinen treuen Fans der "roten Wand" ausgelobt hatte.
Nach einer spielfreien Woche waren die Männer von Trainergespann Harald Thiele und Stefan Drews am vergangenen Wochenende dann gleich in zwei Auswärtsspielen gefordert. Am Samstag wartete der noch amtieren Meister SV Lindow-Gransee auf die Sportfreunde.
Wie in allen bisherigen Begegnungen war es wieder ein Spiel, in dem beide Mannschaften alles gaben und all ihr Können in die Waagschale warfen. Nach 0:2 Satzrückstand und einem 9:15 Rückstand im dritten Satz hatte "Taktik-Fuchs" Stefan Drews die richtigen Ideen.
Die klugen Wechsel und taktischen Umstellungen brachten Aligse wieder ins Spiel zurück. Marc Prinzhorn führte fortan klug Regie und führte seine Teamkollegen zunächst zum Satzausgleich und schließlich zum 3:2-Auswärtssieg, womit die Revanche für die mit gleichem Ergebnis erlittene Niederlage aus dem Hinspiel geglückt war.
Bitterer Wermutstropfen: Außenangreifer Alexander Brem knickte im ersten Satz um und zog sich vermutlich einen Bänderriss zu. Für ihn dürfte die laufende Saison damit vorzeitig beendet sein.
Nur 20 Stunden nach Abpfiff in Lindow mussten die SFA bereits beim VCO Berlin antreten, dem U18/U19 Nachwuchskader des Deutschen Volleyballverbandes. Die Jung-Nationalspieler hatten am Abend zuvor ihr Heimspiel gegen den bereits sicher feststehenden Absteiger USC Magdeburg problemlos mit 3:0 gewonnen und so die Sportfreunde mit einem Punkt mehr auf dem Konto in der Tabelle überholt.
Den Sportfreunden fehlte nach dem 5-Satz-Match des Vortages die körperliche und geistige Frische, um gegen die Hausherren zu bestehen. Bereits durch den Ausfall Alexander Brem reduziert, musste auch Steffen Ahlborn aufgrund anhaltender Knieprobleme in dieser zweiten Partie passen, was die Wechselmöglichkeiten weiter einschränkte.
Zudem bereiteten ihnen die großzügigen Dimensionen der Spielhalle im Sportzentrum Hohenschönhausen große Probleme. Die Sportfreunde fanden in keiner Phase des Spiels zu ihrer Linie und mussten so eine klare 0:3-Niederlage gegen den VCO hinnehmen. Dies sehr zum Bedauern der rund 40 Aligser Fans, die extra mit einem Reisebus nach Berlin gekommen waren, um ihr Team zu unterstützen.
"Es ist wie verhext", kommentierte dies Christian Rauhut, stellvertretender Spartenleiter der Aligser Volleyballer. "Jedesmal wenn wir eine Fantour zu einem Auswärtsspiel organisieren, verlieren unsere Jungs das Spiel. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, einmal muss es doch klappen".
Nach dieser Niederlage belegen die Sportfreunde aktuell den vierten Tabellenplatz, Berlin hat indes mit nun vier Pluspunkten Vorsprung, aber mit zwei Spielen mehr als Aligse, vorerst den dritten Platz eingenommen.
Am kommenden Samstag, 12. März 2016, wollen die Aligser Cracks nun wieder die Heimspielatmosphäre in ihrem "Wohnzimmer", der Lehrter Sporthalle in der Schlesischen Straße, genießen. Hierzu erwarten sie die Mannschaft der DJK Delbrück. Die Mannschaft steht ebenfalls im dichten Mittelfeld der Tabelle und kann auch noch an den Gastgebern vorbeiziehen.
Dies wollen die SFA natürlich mit Unterstützung des Publikums verhindern - also wieder einmal eine interessante Ausgangssituation vor einem Heimspiel. Der Spielbeginn ist um 20 Uhr, die Abendkasse öffnet eine Stunde vorher. Der Eintritt beträgt vier Euro, für Schüler, Studenten und Schwerbeschädigte zwei Euro. Kinder unter zwölf Jahren haben freien Eintritt.
Zusätzlich zum gewohnten Angebot an Speisen und Getränken wird Katrin Görnitz, Mitglied des Verkaufsteams der Sportfreunde, wieder leckere Muffins backen, deren Verkauferlos im vollen Umfang der Crowdfunding-Aktion der deutschen Sitzvolleyball Nationalmannschaft der Männer zukommt. Die deutschen Sitzvolleyballer haben sich bereits für die Paralympics 2016 in Rio qualifiziert, müssen aber noch zwei enorm wichtige Trainingslager finanzieren, um echte Medaillenchancen zu haben.
Das kommende Heimspiel wird im übrigen gesponsort von der Firma Volkswagen Automobile Hannover (unter anderem ansässig in Lehrte-Aligse, Rudolf-Petzold-Ring), die auch einen attraktiven Preis zur Verlosung unter den Zuschauern ausgesetzt hat.