Fan-Begeisterung treibt provozierte Zweitliga-Volleyballer der SF Aligse an

Sofort in Feierstimmung: Das aus Bürgerkriegsflüchtlingen bestehende "Mandela-Team" des TuS Röddensen machte gut gelaunt Stimmung für die Aligser Volleyballer. (Foto: SFA Aligse/Matthias Frenzel)
 
Sprunggewaltig: Mittelangreifer Patrick Stellfeld (li.) vollendet kraftvoll nach Zuspiel von Marten Ahlborn (re.). (Foto: SFA Aligse/Matthias Frenzel)
Lehrte: Sporthalle Schlesische Straße |

Mitjubelndes "Mandela-Team" des TuS Röddensen gewinnt neue Freunde

ALIGSE/LEHRTE (r/kl). In einer äußerst spannenden und emotional geführten Partie setzten sich die Aligser Zweitligavolleyballer am vergangenen Wochenende gegen den Tabellenzweiten SV Lindow-Gransee vor 632 Zuschauern mit 3:2 durch und erreichten durch diesen doppelten Punktgewinn damit die jüngst als Saisonziel ausgegebene Marke von 30 Punkten.
Bei nun noch fünf ausstehenden Spielen müssen sich Trainer Harald Thiele und sein Co-Trainer Stefan Drews nun überlegen, wie sie denn noch einmal ein neues Ziel formulieren - wobei das Thema "Aufstieg" jedoch auf jeden Fall ausgeklammert wird. Dass die Sportfreunde den jüngsten Erfolg gegen die Lindower, die wiederholt mit unsportlichen Äußerungen und Gesten gegenüber der Heimmannschaft auffielen, überhaupt feiern konnten, schreibt Thiele zum großen Teil den eigenen Fans zu:
"Die haben sehr schnell mitbekommen, was da auf dem Spielfeld passiert und uns daraufhin unaufhörlich angetrieben. Eine unfassbare Stimmung war das. Außerden haben die Lindower mit diesen unschönen Aktionen meine Mannschaft natürlich erst Recht angestachelt."
Und so musste die 45 Personen starke Lindower Fankolonie, die - ausgerüstet mit mehreren Pauken, Tröten und anderen Lärminstrumenten - ebenfalls alles zur Unterstützung ihres Teams gab, nach deutlichen Punktvorsprüngen in den ersten beiden Sätzen, nicht nur den Verlust dieser Sätze, sondern nach zwischenzeitlichen Satzausgleich schließlich auch die Niederlage im Tie-Break hinnehmen, womit die Sportfreunde der erneuten Sprung Lindows an die Tabellenspitze verhinderten.
Hellauf begeistert von der Stimmung und der spannenden Begegnung waren auch die Spieler und Verantwortlichen des "Mandela-Team" des TuS Röddensen. Vom Sportfreunde-Team eingeladen, stimmten sie sofort in die Anfeuerungen mit ein und klatschten nach dem Sieg mit den Spielern ab.
In der 10-Minutenpause stellte der stellvertretende Spartenleiter Christian Rauhut das dahinter steckende - sowohl einzig- als auch großartige - Projekt zur Integration von Bürgerkriegsflüchtlingen durch den Sport dem Publikum vor. Die vom Röddenser Trainer Siegfried Schmidt angestoßene Integrationsbemühungen erhielten viel Beifall und Zuspruch.
Gleich ein weiteres Heimspiel beschert der Spielplan den Sportfreunden am kommenden Samstag, 21. Februar, wenn der VV Humann Essen ab 20.00 Uhr in der Sporthalle Lehrte-Mitte in der Schlesischen Straße antritt. "Eigentlich können wir nur verlieren", sinniert Co-Trainer Stefan Drews, "denn gegen den Tabellenletzten erwartet doch jeder von uns einen klaren 3:0-Sieg."
In der Tat haben die Essener von ihren bisher 16 Spielen nur zwei gewinnen können - und dies auch nur gegen Mannschaften aus der Abstiegszone. Der letzte Erfolg der "Humänner" liegt bereits mehr als zwei Monate zurück, der Abstand auf den rettenden vorletzten Tabellenplatz beträgt vier Punkte, ist also nicht in einem Spiel aufzuholen.
Dennoch haben sich die Essener noch nicht aufgegeben, sondern wollen solange noch die rechnerische Möglichkeit zum Klassenerhalt besteht, alles in die Waagschale werfen, um dem Abstieg zu entgehen. So wird es für die Sportfreunde am Samstag also darum gehen, den Gegner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern von Beginn hochkonzentriert und zielstrebig zu agieren, um den eigenen Ansprüchen und den Erwartungen des Publikums gerecht zu werden.
Die Abendkasse öffnet ist wieder um 19.00 Uhr. Der Eintritt beträgt vier Euro für Erwachsene und zwei Euro für Schüler und Studenten. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt.