Aligses Volleyballer brauchen dringend Punkte

Wuchtige Angriffe wie hier durch Alexander Brem, in dieser Aktion abgesichert von Marten Ahlborn (2) und Steffen Barklage, werden auch gegen die CV Mitteldeutschland nötig sein. (Foto: SFA/Selina Grittner)
 
Drei Augenpaare analysieren jede Spielsituation: (v.l.) Sebastian Melzer (Scout), Lars Kaiser (Physiotherapeut) und Coach Stefan Drews. (Foto: SFA/Hanna Bödder)
Lehrte: Sporthalle Schlesische Straße |

. . . geht da noch was gegen den Tabellenführer der Zweitliga?

ALIGSE/LEHRTE (r/kl). Die Volleyballer der Sportfreunde Aligse (SFA/2. Bundesliga Nord Männer) empfangen am kommenden Samstag, den 1. April, die Mannschaft der CV Mitteldeutschland aus Spergau (Leuna) zum Heimspiel in der Sporthalle Lehrte Mitte (Schlesische Straße).
Der Spielbeginn gegen die Chemie-Volleys ist wie üblich um 20.00 Uhr, die Abendkasse öffnet um 19.00 Uhr. Der Eintritt beträgt fünf Euro bzw. ermäßigt zwei Euro für Schüler, Studenten und Schwerbehinderte. Kinder unter zwölf Jahren haben wie immer freien Eintritt.
Mächtig in den Abstiegsstrudel geraten sind die Aligser "Gallier" nach den verlorenen Spielen zu Hause gegen den VC Bitterfeld-Wolfen und am vergangenen Wochenende beim FC Schüttorf 09. Hatte man auf Aligser gegen den Tabellendritten Bitterfeld bereits vorher nicht unbedingt mit der vollen Punktzahl gerechnet, so schmerzt die Niederlage bei den "Grafschaftern" aus Schüttorf umso mehr.
Denn das Team nahe der holländischen Grenze rangierte bis dahin direkt unter den Aligsern in der Tabelle und sollte weiter auf Distanz gehalten werden. Aber die Schüttorfer haben auch noch nicht aufgesteckt im Abstiegskampf, so dass sich eine intensives Spiel mit langen Ballwechseln und vielen umkämpften Bällen entwickelte.
Mit 28:26 (nach drei von den SFA nicht genutzten Satzbällen) und 25:23 gingen die Hausherren mit 2:0 in Führung. "Wir haben in beiden Sätzen sehr gut mitgehalten", sagte Coach Stefan Drews, "nur leider in den entscheidenden Phasen dumme Fehler gemacht, die uns das Genick gebrochen haben."
Das Spiel schien dann schon auf einen glatten 3:0-Erfolg Schüttorfs hinauszulaufen, doch durch sehr gute Aufschläge, schöne Blocks und vor allen dem Glauben des Teams an seine eigene Stärke holten die Aligser "Gallier" zunächst einen hohen Rückstand gegen die Hausherren auf, um anschließend selbst in Führung zu gehen und diesen Satz mit 25:22 für sich zu entscheiden.
Jedoch konnte dieses im 4. Satz nicht wiederholt werden, schnell enteilte Schüttorf und erarbeitete sich zeitweilig einen 6-Punkte-Vorsprung, den das Aligser Team zwar noch verkürzen, aber nicht mehr egalisieren konnte - so dass dieser mit 25:23 wieder an Schüttorf ging und damit die 3:1 Auswärtsniederlage besiegelte.
Da zugleich auch noch die Tebu Volleys aus Laggenbeck mit 3:2 gegen den TVA Hürth gewannen, sind gleich zwei Verfolger in der Tabelle an den Sportfreunden vorbeigezogen, die nun auf den 9. Tabellenplatz zurückgefallen sind.
Und da es in dieser Saison drei Abstiegsplätze aus der 14 Vereine umfassende Nordstaffel der 2. Bundesliga gibt, zugleich das Volleyball Internat Frankfurt den Bereich der letzten drei Tabellenplätze nicht mehr verlassen kann, als Nachwuchkaderteam des DVV aber mit einer Sondergenehmigung spielt und daher "unabsteigbar" ist - ist also bereits der 11. Tabellenplatz der erste Abstiegsplatz!
Und auf diesen ist der Vorsprung der Aligser auf "magere" zwei Punkte geschrumpft. Dabei muss zusätzlich noch berücksichtigt werden, dass der derzeitige Tabellenelfte zudem ein Spiel weniger als die Sportfreunde ausgetragen hat. Derzeit ist noch keine Mannschaft definitiv abgestiegen, während sich andererseits aber alle Teams ab Platz 7 am Saisonende auf einem Abstiegsplatz wiederfinden können!
Also alles andere als eine Komfortzone in der sich die Sportfreunde vor ihren letzten drei Saisonspielen befinden - und ausgerechnet nun kommt am Samstag das Team der Chemie-Volleys (CV) Mitteldeutschland aus Spergau (Leuna), das - nachdem es für diese Saison aus wirtschaftlichen Gründen keine Erstligalizenz erhalten hatte - als Tabellenneunter zwangsweise in die 2. Bundesliga abgsteigen musste und nun den direkten Wiederaufstieg betreibt.
Wirtschaftlich und organisatorisch soll es für die nächste Saison wieder passen und sportlich sind sie als Tabellenführer natürlich auch auf einem guten Wege. Einziger Mitstreiter um den Aufstiegsplatz sind die Giesener Grizzlys, die schon ein Spiel mehr als die Spergauer ausgetragen haben, aber 2 Punkte hinter diesen zurückliegen. Der Aufstiegsaspirant ist international besetzt - neben Deutschen stehen Spieler aus Kanada, Polen, Serbien, Slowenien und Griechenland im Kader - und hat sich nach etwas verhaltenen Saisonstart, als das Team erst zusammenwachsen musste, zuletzt als homogene Einheit präsentiert, in der auch die während der laufenden Saison noch nachträglich verpflichteten Spieler ihren Platz gefunden haben.
Die "Piraten" - wie sich die Spergauer selbst nennen - werden somit ein große Aufgabe für die Hausherren sein. "Was soll's, gegen den Tabellenführer erwartet niemand von unseren Fans einen krachenden Heimsieg", so Stefan Drews, "wir werden sehen, was machbar ist. Aber", fügt er augenzwinkernd hinzu "gegen die Gallier mit ihren Zaubertrank haben die Piraten ja bekanntlich schon so manches Schiff verloren."
Und wenn die treuen SFA-Fans ihr Heimteam wieder auf eine Welle der Begeisterung heben, dann gelingt vielleicht auch am Samstag in der Lehrter Sporthalle in der Schlesischen Straße schier Unmögliches.