"2. Rotary-Cup" in Lehrte - super erlebnisreich für die Sportpromis wie den Fußballnachwuchs

Gleichermaßen Aufmerksamkeit und Zuspruch für die Promis wie für den Nachwuchs: Rotary-Club-Präsident Dr. Gerd Meier (links) und Turnierorganisator Florian Meyer (2.v.l.) ehrten im Lehrter Stadion die Teilnehmer und Sieger im gleichzeitig ausgetragenen Turnier von sieben U10-Kreisauswahlteams. (Foto: Walter Klinger)
 
Der Nord-Ostsee-Auswahl war auch im zweiten Jahr der Sieg nicht zu nehmen: Aus den Händen von Rotary-Club-Präsident Dr. Gerd Meier (re.) nahm als Teamkapitän der heutige 96-Mannschaftsarzt Dr. Bernd Brexendorf im Lehrter Stadion den "2. Rotary-Cup" entgegen. (Foto: Walter Klinger)
 
Fußball ist wie ein Kreisverkehr, bekannte 96-Klubchef Martin Kind, nach der Saison fängt man immer wieder neu an. Den Nachwuchs freute es, denn dies galt auch für spontane Autogramme . . . (Foto: Walter Klinger)
Lehrte: Sportanlagen Am Pfingstanger |

Spiel, Sport, Spaß - so wird ein Benefiz-Turnier zum Erlebnis!

LEHRTE. Die Nachricht "Plätze gesperrt!" und die Seenlandschaft, die sich bei der Platzvorbesichtigung am Mittwoch dem Lehrter Sportdezernenten Uwe Bee und Präsident Dr. Gerd Meier von der veranstaltenden Fördergesellschaft des Rotary-Clubs Lehrte rund um das Stadion Am Pfingstanger darbot, hat dem Benefiz-Fußballturnier "2. Rotary-Cup" zweifellos ein paar hundert Zuschauer gekostet. Wegen des Regens musste der Aufbau sogar abgebrochen werden. Aber es wurde, wie als einer der Hauptsponsoren Hasan Kurtulus anmerkte: "Wer schon auf dem Grund des Meeres war, hat keine Angst vor Pfützen": In einer tollen Aufholjagd machten am Morgen des Himmelfahrtstages fast 200 Helfer/innen der drei Kernstadt-Fußballvereine, die Familien der Rotarier, DRK, Dorffküche und NFV-Promoter doch noch alles klar für eines der schönsten Sportevents, welche die hiesige Region jemals gesehen hat.
Vor zwei Jahren, beim "1. Rotary-Cup" in Burgdorf, schien die Sonne, bei seiner zweiten Auflage in Lehrte war es jetzt schlichtweg unterkühlt. Aber das Wetter hielt wenigstens, wenn auch nicht so gut wie die Torhüter auf den Turnierfeldern. Und Wärme, menschlich gesehen, spendete das Lächeln, dass sich gleichfalls dauerhaft auf den Gesichtern der Mitwirkenden aller Altersstufen hielt, genährt durch Wiedersehensfreude bei den Prominententeams, aber auch den Ansporn, denn der relaxte Besuch der vom Publikum auch direkt ansprechbaren Sport- und Vereinsgrößen auf Aktive wie Mitwirkende auslöste.
Denn dieses Sport-Event hat allen Riesenspaß bereitet - und alle Ebenen des Fußballs, inklusive seiner vielfältigen Querverbindungen bis hin zum Handballsport wirklich bestens repräsentiert.
Mehrheitlich mit prominenten Altstars besetzt, zeigten als Gäste das Nord-Ostsee-Auwahlteam und das Niedersachsenteam mit einer Fülle von begeisternden Einzelaktionen, aber auch geschlossener Mannschaftsleistung, dass man (frau!) das Fußballspielen nicht vergisst. FIFA-Schiri Dr. Riem Hussein, Schiedsrichterin des Jahres 2012/13, geriet sogar unter Druck, keinen Freundschaftsspielbonus zu geben: die Ü40er wollten es richtig, und sie zeigten es richtig, dass Fußball ein Wettkampfsport ist - eine Augenweide, wie als Spielkommentator auch 96-Stadionsprecher Frank Rasche immer wieder freudig bestätigte.
Besonders gut gelaunt war der Teammanager und Trainer des Teams Burgdorf, Uli Pigulla, denn er konnte eine ganz besondere Trumpfkarte ziehen: Gleich sechs topfitte Handball-Bundesliga-"Recken" zeigten universellen Ballsport, waren übrigens zuvor ja auch erfolgreiche Fußballspieler und haben wie alle Spitzen-Handball-Teams auch Kombinationsfußball im Trainingsplan. Saisonbedingt in Hochform, zeigten sie blitzschnellen, beeindruckenden Körpereinsatz. "Was heißt den hier Sechs-Meter-Kreis, bevor ich mich ganz gedreht habe, waren die mit dem Ball schon zehn Meter weiter!", stöhnte ein ehemaliger Landesligafußballer.
96-Boss Martin Kind und "Recken"-Geschäftsführer Benjamin Chatton bestätigten in einer der prominent besetzten Talkshows denn auch das gute Zusammenwirken beider Bundesligavereine. Ein, wie die Publikumsresonanz zeigte, willkommener Segen für die ganze Region. Natürlich aber stand bei diesem Event der Fußball im Mittelpunkt, wurden die Nachrichten von Martin Kind (vier Profile für die jetzt intensivierten Transfergespräche, Platz sechs bis acht als Ziel für die neue Saison) gern gehört.
Nach Stadion, Team, Trainer war der "2. Rotary Cup" mit seinem gleichzeitigen U10-Kreisauswahlturnier aber auch die geeignete Bühne, um die Infrastruktur-Verbesserung mit dem geplanten 15-Millionen-Bau des Nachwuchsleistungszentrums ins rechte Licht zu rücken, das Hannover 96 bundesweit wettbewerbsfähig machen soll - aber gleichermaßen auch den regionalen Talenten zu Gute kommen wird.
Was in denen steckt, zeigten derweil sieben U10-Kreisauswahlteams auf den B-Plätzen bei richtig großer Stimmung und ebenfalls nie unter 200 Zuschauer/innen absinkenden Anfeuerungsrufen. Den Cup und die Goldmedaillen holte hier Hameln-Pyrmont, kann sich aber noch über einen attraktiven Zusatzpreis freuen: Karl-Heinz Bremus vom Rotary-Club gewann in der Tombola das Trikot mit den Spielerunterschriften vom VfL Wolfsburg - und reichte es an den Nachwuchs weiter.
Überhaupt war - meist mit Doppelschlangen - die Preisausgabe der Tombola gewissermaßen das Herzstück der Gastronomie- und Mitmachmeile. "Wir konnten hier von Sponsoren wesentlich höhere Beiträge einwerben", freute sich Rotary-Club-Präsident Dr. Gerd Meier. Er hofft, dass nach der Abrechnung eine gleich große Spendensumme (für Polio-Bekämpfung, Mukoviszidose-Hilfe und Jugendarbeit der drei Kernstadt-Fußballvereine) bleibt, wie vor zwei Jahren in Burgdorf, wo unter Sonne die Besucherzahl allerdings doppelt so hoch war.
Bei den regionalen Burgdorfer Promis reichte die begeisternde Aufholjagd im Finale zum Schluss indes nicht ganz: Das Team Burgdorf musste erneut der Nord-Ostsee-Auswahl den Vortritt beim Cup-Sieg lassen. Den von den lauffreudigen benachbarten "Ackerbürgern" mit 3:0 abgefertigten "Eisenbahnstädtern" blieb als Trost der 3. Platz - gleichauf mit dem Team Niedersachsen.
Der Respekt, mit dem an diesem Tag Sportler aller Ebenen miteinander umgingen, hatte eine Identifikationsfigur: Premium-Schiri Florian Meyer glänzte auf dem Platz wie in der Menge. Ganz unaufdringlich, aber stets motivierend. "Mr. Rotary-Cup" wird er vielleicht nicht gern hören - aber das ist er, gelebtes Vorbild und für dieses Benefizturnier schlichtweg unverzichtbar.
Schön war es auch, dessen geselligen Abschluss zusammen mit den Veranstaltern im des SV 06-Clubheims zu sehen, wo bis in die Nacht noch die am Tag aufgeschobene Vatertagsqualität nachgeholt wurde. "Wir sind alle Fußballer, warum spielen wir nich in einem Verein?", war auf der Terrasse zu hören. "Seien wir doch sehr zufrieden: Alle drei Vereine arbeiten gleichermaßen für den Fußball und versuchen mit aller Kraft, die wachsenden Aufgaben für unsere Kinder zu bewältigen", sah es 06-Vorsitzender Ulf Meldau.
Der will als stellvertretender Regionssportbundvorsitzender die Nachwuchsförderung noch besser auf den steigenden Bedarf abstimmen. Dazu bedarf es neuer Initiativen, für die aber noch geworben werden muss. "Da komme ich doch mit zur nächsten Sitzung", bot Ex-FIFA-Schiri Florian Meyer an.
Dauerhafter Einsatz und zugleich spontane Begeisterungsfähigkeit - schade, dass die Eltern der Fußballkinder hier nicht dabei waren. Denn aus ihren Reihen könnte zur Behebung des Jugendtrainermangels ja ebenfalls ein deutlich höherer ehrenamtlicher Beitrag kommen . . .