Liebevolle Nestwärme für die Jüngsten im „Nest“ in Immensen

Felix (v.l.), Claudia Winter, Pauline, Mads, Johann, Birgit Wolff, Mathilda und Patrizia Schick mit ihrer Tochter Alegra fühlen sich wohl im „Nest“. Nele und Eva auch, aber die beiden mussten wegen Erkältung zu Hause bleiben. (Foto: Susanna Veenhuis)

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Fünf Jahre Großtagespflege - auch für Kinder mit Beeinträchtigungen

IMMENSEN (sv). Angestoßen wird mit Wasser, Saft und Tee: Allen Grund zum Feiern haben Birgit Wolff und Claudia Winter - und mit ihnen acht Steppkes im Alter von eineinhalb bis zweieinhalb Jahren. Denn die Großtagespflegestelle „Das Nest“ in der Lüneburger Straße 25 feiert ihren fünften Geburtstag und schreibt seit ihrem Start Erfolgsgeschichte.
Mads wird bald zwei Jahre alt. Er liebt Bilderbücher über alles. Er schaut sich nicht nur jedes Detail ganz genau an und blättert sehr sorgfältig um, sondern möchte sie am liebsten auch gleich noch aufessen. Mathilda ist gerade ein bisschen anlehnungsbedürftig und kuschelt sich auf dem Schoß von Birgit Wolff ein. Alegra ist mit 14 Monaten zwar die Jüngste in der Großtagespflege, aber dennoch eine echte „alte Häsin“, denn sie kam schon mit acht Wochen in das „Nest“.
Allen unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer acht Schützlinge werden die beiden ausgebildeten Tagesmütter Birgit Wolff und Claudia Winter im „Nest“ bestens gerecht.
„Ich wünschte, ich hätte für ihren großen Bruder auch schon so eine tolle Betreuung gehabt“, sagt Alegras Mutter Patrizia Schick. Schon während der Schwangerschaft hatte sie sich nach einem Platz umgeschaut – und ihre Wahl war auf „Das Nest“ gefallen, dem sie ihr Töchterchen schon nach zwei Monaten anvertraute. „Hingabe und Fürsorge“ nennt Patrizia Schick die beiden Stichworte, die für sie die Betreuung im „Nest“ bestens beschreiben.
Täglich zwischen 6.45 und 16.45 Uhr ist „Das Nest“ das Zuhause für die acht kleinen Mädchen und Jungen, wo feste Regeln und vertraute Rituale ihren Alltag gliedern. Bis zum Begrüßungslied und anschließendem Frühstück um 8.30 Uhr sollten alle Kinder da sein. Die Betreuerinnen achten darauf, dass schon zum Frühstück auch frisches Obst und Gemüse angeboten werden.
Danach ist es Zeit, nach draußen zu gehen – entweder, um sich an der Schaukel, im Sandkasten und mit dem eigenen Dreirad- und Bobbycar-Fuhrpark auf dem großen Freigelände auszutoben oder um einen Ausflug zu unternehmen wie beispielsweise zum Wochenmarkt nach Burgdorf.
Wer denkt, dass es zum Mittagessen um 12.00 Uhr das Kinder-Standard-Gericht „Nudeln mit roter Soße“ gibt, ist gewaltig auf dem Holzweg: Fisch – und nicht etwa als Fischstäbchen, sondern zum Beispiel als Lachsfilet mit Blattspinat – ist der Renner bei den kleinen Feinschmeckern im „Nest“ unter den von der Wahren Dorff-Küche gelieferten Mittagessen.
„Wir können täglich unter 15 Hauptgerichten auswählen und bieten den Kindern eine vielfältige Speisenpalette – da ist auch schon mal Sauerkraut dabei“, sagt Birgit Wolff. Kinder, die Gemüse oder andere bestimmte Speisen grundsätzlich ablehnen, gibt es im „Nest“ nicht, erklärt sie. „Probiert wird hier alles einmal. Wenn einem mal etwas nicht schmeckt, ist das okay, aber eigentlich essen hier alle alles!“
Dazu trägt auch die Gemeinschaft ihr Teil bei, denn in Gesellschaft Gleichaltriger speist es sich angenehmer. Dabei achten Wolff und Winter darauf, dass die Kinder gemeinsam am Tisch essen und frühzeitig den Umgang mit Becher und Besteck lernen. Wert gelegt wird generell auf einen respektvollen und fairen Umgang miteinander, so dass die Kleinsten von Anfang an soziale Kompetenzen entwickeln.
Auch ein gemeinsames Mittagsschläfchen ist Bestandteil des Tagesprogramms – nach so viel Aktion und Interaktion mehr als verdient. Trotz des verlässlichen Stundenplans sind Wolff und Winter, die auch zur Betreuung von Kindern mit Beeinträchtigung qualifiziert sind, durchaus flexibel:
„Wenn eine Mutter oder ein Vater mal ein, zwei Stunden längere Betreuungszeit für ihr Kind brauchen, ist das kein Problem, das lässt sich immer irgendwie einrichten“, sagt Claudia Winter. Ab Sommer, wenn die „Großen“ in den Kindergarten kommen, hat „Das Nest“ auch wieder freie Plätze.
„Ich habe die Zeit mit meinen eigenen Kindern sehr genossen“, sagt die gelernte Einzelhandelskauffrau und Initiatorin des „Nests“, Birgit Wolff. Schon seit zehn Jahren ist sie als Tagesmutter tätig – und immer noch mit Begeisterung: „Was gibt es denn Sinnvolleres als Kinder auf einen guten Weg zu bringen?“
Von links: Felix, Claudia Winter, Pauline, Mads, Johann, Birgit Wolff, Mathilda und Patrizia Schick mit ihrer Tochter Alegra fühlen sich wohl im „Nest“. Nele und Eva auch, aber die beiden mussten wegen Erkältung zu Hause bleiben.
Geborgenheit und Zuwendung: Mathilda und Alegra legen bei Claudia Winter eine kleine Kuschelrunde ein.