Zum Glück funktioniert kulturelle Begegnung auch über den Gaumen . . .

Hand-in-Hand funktionierte die Lahmacun-Herstellung durch die Frauen, am Dönerstand der Männer gab es dagegen Warteschlangen unter Schirmen - Hüpfburgen und Aktionsstände waren dagegen wegen des Regens geschlossen. (Foto: Walter Klinger)

. . . denn draußen war die Kirmes an der Moschee in Lehrte total verregnet

LEHRTE. Im Dauerregen des vergangenen Sonntages viel so manches Lehrter Fest ganz oder teilweise ins Wasser. Besonders schade war dies bei der liebevoll und aufwändig vorbereiteten Kirmes der Türkisch-Islamischen Gemeinde Lehrte an der Moschee im Lehrter Dorf. Hunderte von BesucherInnen, darunter auch viele nicht türkischer Herkunft, drängten sich in den beiden Gemeinschaftsräumen drinnen. Zum Glück aber gab es Küchenzelte - und kulturelle Begegnung funktioniert ja ebenfalls am Besten mit leckeren Spezialitäten für Gaumen und Magen . . .
Livebühne mit Sitzbänken, zwei Hüpfburgen (von McDonald's und dem SV 06), Torwandschießen, elektronische Schussstärkemessung und weitere Kirmesaktivitäten fielen, wie die gesamte Geselligkeit bei Musik und Tanz draußen, auf Grund der geöffneten Regenschleusen aus.
Dafür retteten die überfüllten Gemeinschaftsräume drinnen: Das Kinderschminken begeisterte in wahrer orientalischer Pracht, am Süßgebäckbuffet gab es für manche/n Lehrter/in noch unbekannte Leckereien zu entdecken.
Draußen im Zelt erntete das eingespielte Frauenteam bei der Hand-in-Hand erfolgenden Produktion von Lahmacun (Pizza auf türkische Art) sehr viel Anerkennung. Im Dönerzelt daneben schafften es die Männer indes nie ganz, die Warteschlange unter Regenschirmen abzubauen.
Und wenn schon Pech, dann richtig: Mit anderen Außenaktivitäten fielen auch die von der Lehrter Polizei, ebenfalls ein Nachbar im Lehrter Dorf, aus. Und scheuten die als besondere Attraktion gedachten jungen hannoverschen Polizeipferde schon an der Unterführung: Deren lauter Fahrzeughall und Schnellzugvorbeifahrt, im Logistikzentrum Lehrte Alltag, waren dann wohl doch zu viel für die Pferdeohren.
Keine Scheu zeigten dagegen die zahlreichen Teilnehmer der Besichtigungen des großen Moscheeraumes, bei denen es auch viel Wissenswertes über den islamischen Glauben vermittelt wurde. Das Kennenlernen sei Voraussetzung dafür, dass man viel von einander lernen könne, würdigte Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Ihn freut besonders, wie gut Moschee und Türkisch-Islamische Gemeinde mit dem Lehrter Gemeinschaftsleben und der benachbarten Kirche vernetzt sind.
Ob die Kirmes, bei welcher sich angesichts des Regens nur die türkische Kindertanz-Folkloregruppe zu einem Auftritt traute, vielleicht noch einmal wiederholt werden kann, hängt auch vom gedrängten Lehrter Veranstaltungsplan im Sommer ab. Für das nächste Jahr wäre es auf jeden Fall lohnenswert, würden - rechtzeitige Festlegung vorausgesetzt - andere Veranstalter Doppeltermine am Tag der Kirmes vermeiden. Handelt es sich hier inzwischen doch (Erntefeste auf dem NöhrenHof einmal ausgenommen) um so etwas wie das einzige große Stadtteilfest des Lehrter Dorfes . . .