Zahl der Straftaten in Lehrte und Sehnde, aber auch die Aufklärungsquote gesunken

Hauptkommissar Ralf Oltmanns zeigt anhand von Diagrammen die Kriminalitätsentwicklung zwischen 2006 und 2014 in Lehrte und Sehnde. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Polizeikommissariat |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Chef-Ermittler Oltmanns: „Letzteres gefällt uns natürlich nicht“

LEHRTE/SEHNDE (hdb). In Lehrte und – mehr noch – in Sehnde lebt es sich vergleichsweise sicher. Diese Einschätzung hat Kommissariatsleiter Ulrich Bode mit der Kriminalstatistik des Jahres 2014 untermauert. Erste Erfolge vermeldet die neue Ermittlungsgruppe gegen Wohnungseinbrüche.
Die spezielle „Ermittlungseinheit Wohnung“, zuständig für Lehrte, Sehnde, Burgdorf und Uetze, war Anfang 2014 gebildet worden, nachdem zuvor die Einbruchsdiebstähle explosionsartig in die Höhe geschnellt waren.
Das hat sich ausgezahlt, wie Bode gemeinsam mit seinem Sachgebietsleiter Ralf Oltmanns eine „erfreuliche Tendenz“ bestätigte. Zu den rückläufigen Zahlen - in Lehrte zum Beispiel sank sie um 57 Straftaten und damit um knapp 22 Prozent - trugen auch Prävention und Aufklärung der Ordnungshüter bei.
Gleichzeitig, schilderte Bode, sei ein Anstieg der gescheiterten Einbruchsversuche zu verzeichnen. Verbesserte Sicherheitstechnik an Fenstern und Türen hätten ihren Zweck erreicht.
Eine Effizienz der sowohl in Lehrte als auch in Sehnde berufenen, ehrenamtlich eingesetzten Sicherheitsberater sei nicht bezifferbar, sagte Bode. Er wollte in das allgemeine Klagelied zur Personalnot bei der Polizei für seinen Verantwortungsbereich nicht einstimmen.
Kriminalhauptkommissar Ralf Oltmanns konnte für seinen Zuständigkeitsbereich zusammenfassend feststellen: „Entgegen dem steigenden Trend in der Region Hannover hat sich in Lehrte und Sehnde im vergangenen Jahr das Strafaufkommen verringert“.
In Zahlen: Insgesamt wurden in den beiden Kommunen und ihren Ortsteilen 4351 Straftaten registriert (2013: 4637). Das entspricht einem Rückgang von 286 Straftaten oder 6,17 Prozent. Auf Lehrte entfielen 3084, auf Sehnde 1267 Straftaten.
Ein Wermutstropfen in der allgemeinen Statistik bildet die Aufklärungsquote. Sie sank im Vergleich zu 2013 um 2,23 Prozent auf rund 59 Prozent. „Das gefällt uns natürlich nicht“, räumte Oltmanns ein, ohne Ursachen zu nennen. „Aber wir werden unsere Arbeit hinterfragen und prüfen, wo wir die Stellschrauben ansetzen müssen“, versprach der Hauptkommissar.
Ob einfacher oder schwerer Diebstahl: Die Fallzahlen waren im vergangen Jahr in beiden Deliktfeldern deutlich rückläufig – insgesamt von 1878 in 2013 auf 1623 im Berichtszeitraum. Rohheitsdelikte wie einfache oder schwere Körperverletzung stagnierten hingegen „auf einem hohen Stand“, wie die Polizei bilanzierte.
Im Bereich der häuslichen Gewalt hat sich der Trend im Vergleich zu 2013 leicht abgeschwächt, aber die Dunkelziffer sei vermutlich sehr hoch, schränkte Bode ein.
Die Jahresstatistik 2014 schließt mit einem Gesamtüberblick über die Zahl der Tatverdächtigen und der Opfer. Im vergangenen Jahr ermittelte die Polizei 1920 Tatverdächtige (2013: 2086).
Davon waren 183 Heranwachsende im Alter zwischen 18 und unter 21 Jahren (189), 136 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren (153) und 33 Kinder bis 14 Jahre (40). Opfer von Straftaten wurden im vrergangenen Jahr 807 Personen (2013: 873) – 485 männlichen und 322 weiblichen Geschlechts. Und zu guter Letzt noch dieses: 144 Mal war im vergangenen Jahr die Arrestzelle im Gebäude des Lehrter Polizeikommissariats zwecks Ausnüchterung oder für Verhinderung weiterer häuslicher Gewalt vorübergehend belegt.